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	<description>Bernstein-Verlag, Gebr. Remmel ::: BuchWesen - am Pult der Zeit</description>
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		<title>Gelungener Auftakt: Kunst vereint. #1.</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Jan 2012 15:49:13 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Mit einer multimedialen Lesung unter dem Titel »Frauen. Fische. Fjorde. Deutsche Einwanderinnen in Island« eröffnete das Kaffeehaus Odenbach &#38; Wirtz im Bonner Kunstverein gestern, am 20. Januar 2012, um 19.30 Uhr, die neue Reihe ›Kunst vereint‹. Die zahlreichen Besucher des Abends ließen sich nur zu gerne von dem eloquenten Charme der Referentin und Autorin Anne [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit einer multimedialen Lesung unter dem Titel <strong>»Frauen. Fische. Fjorde. Deutsche Einwanderinnen in Island«</strong> eröffnete das <a title="Kaffeehaus Odenbach &amp; Wirtz im Bonner Kunstverein" href="http://www.bonnerkunstverein.de/odenbach-wirtz-kaffeehaus/" target="_blank">Kaffeehaus Odenbach &amp; Wirtz</a> im Bonner Kunstverein gestern, am 20. Januar 2012, um 19.30 Uhr, die <a title="Kunst vereint! Anne Siegel im Kunstverein (Bonn)" href="http://blog.bernstein-verlag.de/2012/01/13/kunst-vereint-anne-siegel-im-kunstverein-bonn/" target="_blank">neue Reihe <strong>›Kunst vereint‹</strong></a>.<br />
Die zahlreichen Besucher des Abends ließen sich nur zu gerne von dem eloquenten Charme der Referentin und Autorin <strong>Anne Siegel</strong> in die neue Heimat deutscher Auswanderinnen – Island – entführen, die diese nach dem Zweiten Weltkrieg über abenteuerliche Reiserouten und Lebensläufe erreicht haben. Nähere Informationen zum Buch, zur Autorin und auch ein Blog finden sich <a title="Homepage: Frauen Fische Fjorde [FFF]" href="http://www.frauenfischefjorde.de/FFF/Willkommen.html" target="_blank">hier.</a></p>
<p>Ein herzlicher Dank und Glückwunsch für den gelungenen Auftakt der Reihe ›Kunst vereint‹ geht an <strong>Damaris Odenbach</strong> und <strong>Carmen Wirtz</strong>, die ebenso guten wie leckeren Seelen des Kaffeehauses, sowie <strong>deren Team</strong> und natürlich an die Autorin der ersten Stunde: <strong>Anne Siegel</strong>. Der Bernstein-Verlag der Gebrüder Remmel freut sich schon jetzt als Kooperateur auf weitere köstliche Sinnesfreuden kulinarisch-küntlerischer Art und grüßt herzlich alle, die sich von der und für die Kunst vereinen (lassen).</p>
<p>Einige Impressionen &#8211; weitere gibt es <a title="Facebook-Album FFF-200112" href="https://www.facebook.com/media/set/?set=a.290856604296865.69297.286458474736678&amp;type=3" target="_blank">hier:</a></p>
<p><img class="wp-image-2032 alignnone" title="AnneSiegel" src="http://blog.bernstein-verlag.de/wp-content/uploads/2012/01/AnneSiegel-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></p>
<p><em><span style="color: #808080;">Die charmante ›Botschafterin‹ Islands: Anne Siegel &#8230;</span></em></p>
<p><img class="size-medium wp-image-2034 alignnone" title="Still1" src="http://blog.bernstein-verlag.de/wp-content/uploads/2012/01/Still1-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></p>
<p><span style="color: #808080;"><em>Stillleben präsentierter Sinnesfreuden &#8230; Kunst, Literatur, Quiche und Natur.</em></span></p>
<p><img class="wp-image-2035 alignnone" title="Crew" src="http://blog.bernstein-verlag.de/wp-content/uploads/2012/01/Crew-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></p>
<p><span style="color: #808080;"><em>Happy people – Kunst vereint.</em></span></p>
<p>Die <strong>nächste Veranstaltung</strong> der Reihe findet am 19. April 2012, um 19.30 Uhr, wieder im Kaffehaus des Kunstvereins statt. Dann gibt es eine multimediale Lesung von <strong>Maren Gottschalk</strong>. Titel: <strong>»›Die Farben meiner Seele.‹ Die lebensgeschichte der Frida Kahlo«</strong>.<br />
Mit vereinten Herzen freuen wir uns auf zahlreiche Besucher!</p>
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		<title>Kunst vereint! Anne Siegel im Kaffeehaus im Kunstverein (Bonn)</title>
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		<pubDate>Fri, 13 Jan 2012 15:03:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bernsteinblog</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Neue Veranstaltungsreihe im Kaffeehaus im Kunstverein Kunst vereint – Menschen und Sinne. Die neue Reihe »Kunst vereint.«, die das Kaffeehaus im Kunstverein (Odenbach &#38; Wirtz &#124;&#124; Hochstadenring 22 &#124; 53119 Bonn) in Kooperation mit dem Bernstein-Verlag veranstaltet, spricht konzeptionell immer mehrere Sinne an: Literatur, Musik, bildende und mediale Kunst werden den Besuchern im KunstVerein mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img class="alignleft size-medium wp-image-2024" title="Siegel-Plakat" src="http://blog.bernstein-verlag.de/wp-content/uploads/2012/01/Siegel-Plakat-212x300.jpg" alt="" width="212" height="300" />Neue Veranstaltungsreihe im Kaffeehaus<br />
im Kunstverein</strong></p>
<p>Kunst vereint – Menschen und Sinne. Die neue Reihe <strong>»Kunst vereint.«</strong>, die das <strong>Kaffeehaus</strong> im Kunstverein (<strong>Odenbach &amp; Wirtz</strong> || Hochstadenring 22 | 53119 Bonn) in Kooperation mit dem <strong>Bernstein-Verlag</strong> veranstaltet, spricht konzeptionell immer mehrere Sinne an: Literatur, Musik, bildende und mediale Kunst werden den Besuchern im KunstVerein mit kleinen Köstlichkeiten aus dem Kaffeehaus präsentiert und garantieren einen Abend, der möglichst vieles zu einer Einheit führen möchte: Menschen mit Menschen, Menschen mit Kunst, die Künste untereinander … Da gutes Essen (und Trinken) bekanntlich Leib und Seele zusammenhält – also auch <em>vereint</em> – wird das »Erlebnis-Ensemble« der Abende durch feine Kleinigkeiten aus der hauseigenen Küche abgerundet.<br />
Als <strong>Auftakt</strong> der neuen Reihe wird am Freitag, dem <strong>20. Januar 2012</strong>, um <strong>19.30 Uhr</strong>, <strong>Anne Siegel</strong> aus ihrem Buch <strong>»Frauen Fische Fjorde. Deutsche Einwanderinnen in Island«</strong> (Bucher Verlag, 2010) lesen. Die Lesung wird medial gestützt durch Original-Video- und Tonmaterial.</p>
<blockquote><p>Zum <strong>Buch</strong> – April 1949: Auf Islands Bauernhöfen herrscht Frauenmangel, im Nachkriegsdeutschland kommen auf einen Mann fünf Frauen, viele von ihnen ohne Zukunftsperspektiven. Im Laufe dieses Jahres werden etwa 300 Frauen nach Island auswandern und die bislang größte Einwanderungsgruppe auf Island bilden. Die meisten der vom Krieg traumatisierten Frauen assimilieren sich erstaunlich schnell. Kaum eine der deutschen Landarbeiterinnen kehrt nach Deutschland zurück. Sie heiraten Isländer und gründen in der neuen Heimat Familien. Die heute noch Lebenden erzählen fast alle zum ersten Mal ihre Lebensgeschichte. Für einige von ihnen ist es die letzte Chance, an ihre Geschichte zu erinnern. Das vorliegende Buch porträtiert sechs von ihnen.<br />
Zu <strong>Anne Siegel</strong> – 1964 in Norddeutschland geboren. Studium der Volkswirtschaft, Sozialwissenschaften und Psychologie. Arbeitete als Dozentin, Werbetexterin, Ghostwriterin. Heute lebt sie in San Francisco und Köln und arbeitet als Journalistin und Hörspielautorin für öffentlich-rechtliche Sender in Deutschland sowie als Drehbuchautorin und Dokumentarfilmerin für US-Produktionen.</p></blockquote>
<p>Der <strong>Eintritt</strong> kostet <strong>20,- €</strong> (Karten an der Abendkasse),<br />
darin <strong>enthalten:</strong> je <strong>1 Stück hausgemachte Quiche</strong> <strong>+ 1 Glas Wein</strong></p>
<p>♠ Hinweis auf die <strong>zweite Veranstaltung der Reihe</strong>:<br />
Donnerstag, <strong>19. April 2012, 19.30 Uhr</strong>: Multimediale Lesung mit <strong>Maren Gottschalk</strong> [»Die Farben meiner Seele«. Die Lebensgeschichte der Frida Kahlo]. Gitarre: <strong>Stefan Seehausen</strong>. Nähere Informationen folgen. …</p>
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		<title>Frohes Neues!</title>
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		<pubDate>Sat, 31 Dec 2011 10:51:10 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Prosit Neujahr!]]></category>

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		<description><![CDATA[Allen Autorinnen und Autoren, Beiträgerinnen und Beiträgern, Herausgeberinnen und Herausgebern, Buchhändlerinnen und Buchhändlern, Leserinnen und Lesern, Freundinnen und Freunden, Förderinnen und Förderern, Fans und weiteren ›Nicht- oder Mehrfachkategorisaten‹ wünschen wir von Herzen einen guten Rutsch ins Jahr 2012, das wir nach Kräften auch wieder zu einem Bernstein-Jahr machen wollen/werden! Herzliche Grüße, ob ›laut und bunt‹ [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-2012" title="feuerwerk" src="http://blog.bernstein-verlag.de/wp-content/uploads/2011/12/feuerwerk.jpg" alt="" width="350" height="317" /></p>
<p>Allen Autorinnen und Autoren, Beiträgerinnen und Beiträgern, Herausgeberinnen und Herausgebern, Buchhändlerinnen und Buchhändlern, Leserinnen und Lesern, Freundinnen und Freunden, Förderinnen und Förderern, Fans und weiteren ›Nicht- oder Mehrfachkategorisaten‹ wünschen wir <strong>von Herzen</strong> einen guten Rutsch ins Jahr 2012, das wir nach Kräften auch wieder zu einem Bernstein-Jahr machen wollen/werden!<br />
Herzliche Grüße, ob ›laut und bunt‹ oder ›ruhig und besinnlich‹, senden: die Gebrüder Remmel – <strong>R²</strong></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Frohe Weihnachten!</title>
		<link>http://blog.bernstein-verlag.de/2011/12/23/frohe-weihnachten/</link>
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		<pubDate>Fri, 23 Dec 2011 17:50:57 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Das »Haus Bernstein/Bernstein-Haus« wünscht allseits frohe Fest- und Feiertage! Herzliche Grüße der Saison: R²]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone  wp-image-2002" title="XMas2011" src="http://blog.bernstein-verlag.de/wp-content/uploads/2011/12/XMas2011-1024x768.jpg" alt="" width="486" height="365" /></p>
<p>Das »Haus Bernstein/Bernstein-Haus« wünscht allseits frohe Fest- und Feiertage!<br />
Herzliche Grüße der Saison:<strong> R²</strong></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Fremde Feder #4</title>
		<link>http://blog.bernstein-verlag.de/2011/12/23/fremde-feder-4/</link>
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		<pubDate>Fri, 23 Dec 2011 17:42:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bernsteinblog</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fremde Feder]]></category>
		<category><![CDATA[Wolfgang Butzlaff]]></category>

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		<description><![CDATA[Mitmensch, wie hältst du es mit der Sprache? Liebe Mitmenschen, etwa alle zwei oder drei Jahre müssen wir vom TÜV überprüfen lassen, ob unser Auto noch verkehrssicher ist. Ob noch alles gut funktioniert im Motor. Ob unser geliebtes Fortbewegungsmittel uns nicht so ins Schleudern bringen könnte, daß wir mit ihm uns und andere totfahren. Wenn [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Mitmensch, wie hältst du es mit der Sprache?</strong></p>
<p>Liebe Mitmenschen,</p>
<p>etwa alle zwei oder drei Jahre müssen wir vom TÜV überprüfen lassen, ob unser Auto noch verkehrssicher ist. Ob noch alles gut funktioniert im Motor. Ob unser geliebtes Fortbewegungsmittel uns nicht so ins Schleudern bringen könnte, daß wir mit ihm uns und andere totfahren. Wenn wir schön artig zur Inspektion gefahren sind, macht uns diese Kontrolle nichts aus. An kleinen oder größeren Reparaturen kommen wir im Laufe eines Autolebens nicht vorbei, dafür müssen wir blechen, Blech für Blech, das ist normal. Wenn sich keine Ausbesserung mehr lohnt oder ein Unfall zum Totalschaden führt, wird die ganze Verbrennungsmaschine einfach weggeworfen, verschrottet.</p>
<p>Auch andere Geräte, die wir im Haushalt oder für unsere Bequemlichkeiten benutzen, müssen gepflegt und gewartet werden. Waschmaschine, Geschirrspüler, Tiefkühltruhe, Heißlüfter, Computer und andere Hilfsmittel unserer komplizierten Lebensführung halten nicht ewig, werden bei Versagen repariert oder durch neue ersetzt. Nur unser wichtigstes Gerät, das uns erst zum Menschen macht, nur die Sprache, liebe Mitmenschen, soll ein Leben lang so gut in Schuß sein, wie wir es als Kinder in der Familie und danach in der Schule gelernt haben. Zwar kommen wir nicht umhin, unsere Sprache den Erfordernissen unseres Berufes anzupassen. Dabei lernen wir diese oder jene Fachsprache. Aber als Generalisten der Sprache, als Menschen schlechthin sind wir auf Zufälle und eigenen Antrieb angewiesen, wenn unsere Sprache nicht verkommen soll.<span id="more-1997"></span></p>
<p>Ihr habt richtig gehört, liebe Mitmenschen. Verkommen! Wir brauchen dabei noch gar nicht an Wortwahl oder Satzbau zu denken, sondern nur das, was Sprache, seit es sie gibt, zur Sprache macht: das Sprechen, die Aussprache, die Artikulation. Wie viele unter uns, liebe Mitmenschen, bringen die Zähne nicht auseinander, wenn sie sprechen. Das stört schon, wenn man sich mit so einem Mitmenschen unterhält, unterhalten will, besser gesagt, denn man versteht ihn nicht gleich, muß immer erst nachfragen, wenn der oder die andere nuschelt. In der privaten Unterhaltung ist das schon schlimm genug, Viel schlimmer aber, wenn jemand öffentlich redet oder im Fernsehen auftritt. Man möchte gern einem nuschelnden Politiker zurufen, er solle gefälligst deutlich sprechen. Was hat der bloß für Berater, was für eine Frau oder Geliebte, die es zulassen, daß er sich mit einer solch schludrigen Sprechweise an die Öffentlichkeit wagt? Wo bleibt da die Zivilcourage seiner Parteigenossen? Doch was kann man von denen schon erwarten, die ihre Genossinnen und Genossen so anreden, daß sich das erste Wort wie das zweite anhört?</p>
<p>Die Zeiten sind vorüber, da man als Lispler unangenehm auffiel, fast dem Stotterer gleichgestellt wurde. Nein, heute ist das Lispeln mode, es wird kaum noch belächelt oder bemängelt. Manche Männer pflegen es als ihr Markenzeichen wie früher Akademiker aus schlagenden Verbindungen ihren Schmiß.</p>
<p>Wenn du, lieber Mitmensch, weder stotterst noch lispelst, dann laß es dir nicht gefallen, daß andere es unentwegt beibehalten. Wenn du aber, lieber anderer Mitmensch, selbst stotterst oder lispelst oder alles beides tust, dann suche einen Sprachtrainer auf, der dir das abgewöhnt. Wenn es Logopäden möglich ist, Schwerverletzten wieder zum Sprechen zu verhelfen, dann sollten sie es doch vielleicht leichter haben, wenn sie dir, lieber Stotterer und Lispler, deinen Sprechfehler wegtrainierten. Aber wie hältst du es überhaupt mit der Sprache, lieber bedauernswerter Mitmensch? Meinst du, deine sprachlichen Defekte seien angeboren wie körperliche Mißbildungen? Mit Sicherheit hattest du beim nachahmenden Erwerb der Sprache, sagen wir ruhig: deiner Muttersprache keine Vorbilder, die dir etwas vorstotterten oder vorlispelten? Hat dir noch niemand gesagt, daß du Irrwege des Lernens gegangen bist? Es gibt meist psychische Ursachen dafür, wahrscheinlich auch bei dir. Wenn die erkannt werden, hilft dir das selten weiter. Die Hilfe kommt von anderer Seite. Was man gelernt hat, lieber Lispler, lieber Stotterer, lieber Stammler, das kann man auch verlernen. Das gezielte Verlernen ist auch ein Lernen. Ist das nicht tröstlich? Man muß es aber wollen und hart daran arbeiten. Du willst doch nicht etwa ein Leben lang auf deinem Irrweg weiterhumpeln, du lispelnder, stotternder Mitmensch. Na also! Und wenn du’s geschafft hast, deinen Sprachfehler zu korrigieren, wärest gerade du der richtige, in einem Fitness-Studio des Sprechens mitzuwirken.</p>
<p>Leider gibt es solche Studios noch gar nicht. Wer nun glaubt, die berufsmäßigen Sprecher könnten sie doch am ehesten einrichten, der hat sich leider getäuscht. Liebe Schauspieler-Mitmenschen, lernt ihr auf euren Schulen nur noch Mimik, Gestik, womöglich Reiten und Tanzen, aber nicht mehr deutliches und verständliches Sprechen? Und was sind das bloß für Regisseure, die euch das durchgehen lassen! In einer Gastinszenierung  allerdings können sie einem eingefleischten Nuschler aus dem ständigen Ensemble nicht auf die Sprünge helfen. Und schon gar nicht seinem Sprachfehler zu Leibe rücken. Aber manch ein Regisseur scheint gar nicht zu wollen, daß man jedes Wort versteht. Müßte er nicht selbst erst ein sprachliches Fitness-Training hinter sich bringen? Hört euch mal um im Opernensemble eures Theaters, liebe Schauspieler-Mitmenschen. Da ist kein Solist, kein Chorist engagiert worden, der unsauber singt.</p>
<p>Mal angenommen, du hast keinen Sprachfehler, lieber Mitmensch Schauspieler, Lehrer, Professor, Prediger, Redner. Deswegen machst du noch längst nicht alles richtig. Jeder Satz hat seine Melodie, und die intonierst du nur dann richtig, wenn du den Sinn verstanden hast. Nimmst du am Ende des Satzes die Stimme zu früh weg, du oller Tagesschausprecher, dann muß man die ein-zwei letzten Wörter erraten, an den Lippen ablesen, die tonlos noch die Konsonanten bilden. Bei deiner Wettervorhersage, du Aushilfs-Meteorologin, hört man gerade noch das Ende des Satzes, aber deine Puste reicht nicht mehr ganz, die Stimme kippt schon ab. Mußt du uns auch das noch antun, wo es doch schon genügte, daß du nicht schön bist, damit wir uns nach deinem Obermeteorologen zurücksehnen? Euch beide von der Tagesschau und der Wetterprognose würde ich als Intendant sofort in ein sprachliches Fitness-Studio schicken. Oder in  die Wüste.</p>
<p>Die exakte Aussprache jedes Wortes im Satz bis zum Punkt, Fragezeichen oder Ausrufezeichen, liebe Mitmenschen, ist für manch einen von euch schon schwierig genug. Bei der Betonung sind weitere Klippen zu umschiffen. Schon ein einzelnes Wort kann unterschiedlich betont werden, je nachdem, was es bedeuten soll. Ein konkretes Beispiel: In einer Lehrerkonferenz will ein junger Studienrat für seine Kollegen den durchgehenden Sinn einer längeren Abhandlung zusammenfassen und spricht vom Ten<span style="text-decoration: underline;">o</span>r des Ganzen. Hat sich bis auf die Knochen damit blamiert und wird mit diesem falsch betonten Wort immer wieder aufgezogen. Er soll nach anderthalb Jahren sogar seine Versetzung beantragt haben.</p>
<p>Man ahnt ja nicht, liebe deutsche Mitmenschen, wie schwer es Ausländer mit der Betonung der richtigen Silbe bei zusammengesetzten Verben haben. Um ans andere Ufer eines Flusses zu gelangen, müssen sie einen Fährmann finden, der sie <span style="text-decoration: underline;">über</span>setzt. Wenn sie aber Leute fragen, ob es nicht jemand gibt, der sie über<span style="text-decoration: underline;">setzt</span>, werden die überhaupt verstehen, was gemeint ist? Und was passiert, wenn wir einem Ausländer raten, er möge ein bestimmtes Verkehrsschild um<span style="text-decoration: underline;">fah</span>ren, und er versucht tatsächlich, es <span style="text-decoration: underline;">um</span>zufahren?</p>
<p>Wir haben ja ähnliche Schwierigkeiten, wenn wir Fremdsprachen lernen. Im Französischen ist das kein Problem, liebe Mitlerner, da wird grundsätzlich die letzte Silbe betont. Mit dem Italienischen hat man es viel leichter, denkt man; das wird so ausgesprochen, wie man es schreibt. Stimmt ja auch. Nur sind da Fußangeln eingebaut. Es wird leider nicht immer wie in Ca<span style="text-decoration: underline;">ru</span>so und Lampe<span style="text-decoration: underline;">du</span>sa die vorletzte Silbe betont, sondern in manchen Wörtern und auch Verbformen die drittletzte. Auch in Fremdwörtern, die es ebenfalls im Deutschen gibt, aber mit anderer Betonung. Unser <span style="text-decoration: underline;">Te</span>lefon oder Tele<span style="text-decoration: underline;">fon</span> ist im Italienischen das te<span style="text-decoration: underline;">le</span>fono, unsere Katastrophe una ca<span style="text-decoration: underline;">ta</span>strophe. Man lernt bekanntlich am meisten aus seinen eigenen Fehlern. So ist es mir auch mit dem Italienischen ergangen, liebe deutsche Mitmenschen. Ich hatte in Padua einen Vortrag auf Italienisch zu halten, dessen deutscher Text von mir geliefert und dann übersetzt worden war. Bei der Einstudierung markierte ich mir sorgfältig alle Betonungen auf der drittletzten Silbe. Aber ein Wort ging mir durch die Lappen, weil es so ähnlich wie unser eigenes und erst recht wie das französische war. Wie hättet ihr denn, liebe Mitmenschen, das italienische »illegittimo« betont? Ich betonte es illegit<span style="text-decoration: underline;">ti</span>mo und wurde in der anschließenden Diskussion berichtigt. Es muß heißen: ille<span style="text-decoration: underline;">git</span>timo.</p>
<p>Was hat das alles, was haben deine privaten Schnitzer mit uns Deutschen zu tun, werdet ihr berechtigterweise fragen, liebe Mitmenschen. Nun, es hat sich ein italienisches Wort mit falscher Betonung bei uns eingebürgert. Wenn Mitglieder eines Orchesters dieselben Töne spielen, dann gibt es dafür ein Fachwort, das mittlerweile auch auf übereinstimmende Äußerungen in anderen Bereichen übertragen wird. Im Italienischen wird es u<span style="text-decoration: underline;">ni</span>sono ausgesprochen, bei uns seit einiger Zeit auch mit Duden-Billigung uni<span style="text-decoration: underline;">so</span>no. Wenn ich es so falsch richtig höre, dreht sich mir als Romanisten und passioniertem Amateurmusiker immer noch der Magen um.</p>
<p>Wenn euch das schnurzegal ist und ihr schon drauf und dran seid, abzuschalten, liebe Hörer und Leser, möchte ich euch auf andere Feinheiten der Betonung innerhalb unserer eigenen deutschen Sprache hinweisen, denen ihr nicht immer ausweichen könnt. Wir Bundesdeutsche – Reichsdeutsche darf ich ja nicht mehr sagen, liebe Volksgenossinnen und -genossen – sprechen  von einer Ko<span style="text-decoration: underline;">pie</span>. Ihr dagegen, liebe deutschsprachige Mitmenschen in Österreich, sagt <span style="text-decoration: underline;">Ko</span>pje. Und erwischen uns Piefkes bei einer Inkonsequenz. Logischerweise müßten wir auch Fo<span style="text-decoration: underline;">lie</span> sagen, sprechen das Wort aber als <span style="text-decoration: underline;">Fo</span>lje aus. Ähnlich getrennt marschieren wir bei der Zeremonie.</p>
<p>Wann kommt er nun endlich zur Wortwahl, werdet ihr denken, liebe Mitmuttersprachler, doch ich bitte euch noch um ein ganz klein wenig Geduld. Stoßen wir nicht alle in bestimmten Situationen einzelne Laute oder Silben aus, die nichts Genaues bezeichnen und oft mehr als Worte sagen oder einfach unsere Sprachlosigkeit bezeugen? Gegen dieses Ah, Oh und dergleichen ist gar nichts einzuwenden. Aber sehr viel gegen einen Laut, den Redner hören lassen, wenn sie nicht gleich weiterwissen oder einen Moment nachdenken müssen. Wenn ich ihn schreiben sollte, würde ich e und ä kombinieren; so ähnlich jedenfalls klingt das, was den Redefluß unterbricht und das Zuhören manchmal zur Qual macht. Solltet ihr euch bisher dieser Flicklaute schuldig gemacht haben, liebe Mitmenschen, dann war das ein Symptom eurer fehlenden Konzentration. Daran kann man arbeiten. Übrigens werden weit mehr Männer als Frauen von dieser Schwäche befallen. Wir werden beim Blick auf euer, auf unser gesamtes Sprachverhalten darauf zurückkommen.</p>
<p>Weniger schlimm als dieser unartikulierte Flicklaut sind Flickwörter. Meist bedeuten sie gar nichts und erfreuen sich trotzdem großer Verbreitung. Welches Flickwort ist wohl zur Zeit am beliebtesten, fragte ich diesen und jenen Zeitgenossen. Die meisten wußten es nicht, hatten halt gar nicht darauf geachtet. Da haben wir’s ja schon, es heißt »halt«. In Norddeutschland hat früher, sagen wir: bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts, niemand immerzu halt gesagt. Das ist in einer schleichenden Invasion, in einer »pénétration pacifique« vom Süden in den Norden vorgedrungen und hat dort das etwas seltenere Flickwort »eben« verdrängt. Wenn »halt« überhaupt einen Inhalt hat, ungenau etwas ausdrückt, dann könnte einen Bedeutungshintergrund im Sinne von »es ist nun mal so« herstellen. Wenn es einem gelingt, »halt« ganz wegzulassen, gewinnt die eigene Aussage an Bestimmtheit und Eindeutigkeit.</p>
<p>Im Gefolge von »halt« breitet sich auch »eh« im ganzen deutschsprachigen Raum aus. Oder benutzt ihr es etwa nicht, liebe Mitmenschen? Ein bißchen mehr Sinn als »halt« kann man diesem »Eh« schon zugestehen. Der einbändige Duden meint in seiner 21. Auflage noch, nur süddeutsch und österreichisch sei »eh« in der Bedeutung »sowieso« gebräuchlich. Inzwischen haben die Norddeutschen kapituliert.</p>
<p>Zum wahren Mode-Flickwort hat sich »sozusagen« entwickelt. Gesamtdeutsch! Bekannt war es schon immer, auch bei Goethe. Bei maßvoller Anwendung stimmt es überein  mit »gewissermaßen«. Der Duden gibt als zweite Bedeutung noch an »man könnte es so nennen«. Je häufiger jemand aber »sozusagen« in sein Reden einschiebt, desto mehr verliert es seinen genauen Sinn. Es verleiht der ihm folgenden Aussage einen Rest von Unsicherheit, markiert einen möglichen Abstand zwischen der Wirklichkeit und ihrer möglichen Benennung. Oder der Sprecher denkt sich eh nichts mehr dabei, verwendet »sozusagen« halt auch als richtiges Flickwort. In seinem Gefolge, und das sollte man ihm zugute halten, lieber Mitmensch, ist das unlogische »ich würde sagen« stark zurückgedrängt worden.</p>
<p>Wird es euch in Zukunft gelingen, auf Flickwörter zu verzichten? Wollt ihr es überhaupt? Das ist eine Frage der sprachlichen Selbstkontrolle, liebe Mitmenschen, zu der ich euch hiermit anregen und ermutigen möchte. Das hässliche »e/ä« könnten, ja, sollten wir alle vermeiden, schon aus Rücksicht auf unsere Gesprächspartner oder Zuhörer. Auch aus Höflichkeit. Wenn wir beobachten und genau registrieren, wie andere Mitmenschen mit unserer Sprache umgehen, speziell: wie oft sie Flickwörter benutzen, dann kann das Rückwirkung auch auf unser eigenes Sprechen haben.</p>
<p>Befürchtet nur nicht, euer Sprechen könne gekünstelt klingen, wenn ihr das »halt« und das »eh« weglaßt. Statt ein unartikuliertes »e/ä« von sich zu geben, macht lieber eine richtige Pause und überlegt euch den nächsten Satz, bevor ihr weitersprecht. Besser noch: mit dem Denken solltet ihr, liebe Mitmenschen, immer schon weiter sein als mit dem Sprechen. Wenn einem eine Formulierung gut gelingt, verführt es dazu, sich selbst zuhörend zu genießen, was man da gerade sagt und wie man es sagt. Um das zu vermeiden, empfehle ich das Vorbild von Musikern. Wenn sie nach Noten spielen, müssen ihre Augen und ihre Gedanken schon dem voraus sein, was sie gerade ausführen und hören. Erst recht gilt das für das »Prima vista«-Spiel, das Vomblattspiel. Man freut sich darüber, daß man gleich die richtigen Töne anschlägt, streicht oder bläst, und muß doch vorwärts blicken und denken, damit ein musikalischer Ablauf zustande kommt. Es gehört eine besondere Begabung zum Vomblattspiel, und die ist nicht jedem Musiker gegeben, ohne daß er deswegen ein schlechterer Musiker wäre.</p>
<p>Ähnlich, wahrscheinlich noch komplizierter, verhält es sich mit dem Vomblattlesen. Dabei muß man schon den ganzen Satz im Auge haben, um zu erkennen, wie die Betonung auf die einzelnen Wörter zu verteilen ist. Üben kann man das wohl, aber schneller und besser gelingt es einem, wenn man eine entsprechende Veranlagung dazu mitbringt. Es ist nun einmal nicht jedermanns Sache, schon etwas anderes zu denken, als das, was man eben ausspricht.</p>
<p>Die alte Regel »Schreibe, wie du sprichst«, um deren keineswegs absolute Gültigkeit es hier nicht geht, läßt sie sich nicht auch umkehren zur Regel »Sprich, wie du schreibst«? Gewiß nicht immer, liebe Mitmenschen, die ihr dann doch lieber so redet, wie euch der Schnabel gewachsen ist. Aber in Bezug auf Flickwörter schon. Ich kenne keinen gedruckten oder handschriftlich festgelegten Text, der mit »halt« gespickt ist, und ich habe auch noch keinen Vortragenden gehört, der es in seine fertige Vorlage einbaut. Bei »sozusagen« bin ich mir da nicht so sicher, habe ich doch schon, kaum zu glauben, einen Professor (Titel schützen nicht vor Torheit) gehört, der an jeden zweiten oder dritten seiner Sätze gleichsam als Schwanz ein »sozusagen« hängte.</p>
<p>Vielleicht bin ich zu streng gegenüber den Flickwörtern. Sie könnten ja auch eine Art Gleitmittel sein, das manche Sprecher brauchen, um ihre Wörter besser in Sätze hineinzuschieben. Oder eine Art Kitt, damit die Teile von Sätzen besser zusammenhalten.</p>
<p>Schwieriger zu vermeiden als Flickwörter sind Modewörter. Sie tauchen unvermittelt auf und werden von Mund zu Mund weitergereicht. Das können Wörter sein, die es im Deutschen schon lange gegeben hat, ohne daß sie besonders auffielen. Heute will jeder Betrieb, jede Partei, jede Organisation gut »aufgestellt« sein. Auf rätselhafte Weise verdrängt »zögerlich« mehr und mehr das gleichbedeutende »zögernd«. Als die Achtundsechziger gegen die bestehende Ordnung ankämpften, erwachte für ihr Verhalten ein Wort aus seinem Lexikonschlaf: »aufmüpfig«. Was für die Generation der Groß- und Urgroßeltern »lässig« war, ist heute »cool«. Ich will hier aber nicht den ganzen Wortbestand von »Dummdeutsch« durchkauen, sondern lediglich euer Sprachbewußtsein wecken und verstärken, liebe Zeitgenossen.</p>
<p>Die Hauptleiden unserer deutschen Gegenwartssprache sind Überfremdung und Verarmung. Die Globalisierung hat zur Folge, daß man sich in einer gemeinsamen Sprache verständigen muß. Dabei ist dem Englische die Rolle einer »lingua franca« zugewachsen. Einer praxisbezogenen Verkehrssprache, die wie im europäischen Mittelalter und heute noch in der katholischen Kirche das Lateinische eine Kommunikation von Menschen ganz unterschiedlicher Volkszugehörigkeit herstellt. Unvorstellbar ist es nicht mehr, daß in hundert oder zweihundert Jahren auf der ganzen Erde nur noch Englisch gesprochen wird.</p>
<p>Vorläufig ist es glücklicherweise noch nicht soweit. Beim Eindringen nicht nur von englischen Wörtern ins Deutsche ist in jedem Einzelfall zu prüfen, ob das fremdsprachliche Wort angemessen durch ein muttersprachliches zu ersetzen ist. Selbst im international vernetzten Computer-Bereich ist dies mit den Wörtern »Rechner«, »Bildschirm« und »Drucker« recht gut gelungen. Wir sagen zwar öfter PC und Monitor, aber kaum jemand spricht vom Printer statt vom Drucker. Von »Kids« statt von »Kindern« zu sprechen ist barer Unsinn. Auch andere Fremdwörter sind durch deutsche zu ersetzen, wo immer damit kein Bedeutungsverlust verbunden ist.</p>
<p>Für die meisten Fachsprachen sind Fremdwörter unerläßlich. Ihr übertriebener Gebrauch entartet zum »Fachchinesisch«. Das dient dann auch dazu, dem Laien gegenüber zu zeigen, daß man mehr von bestimmten Sachen versteht als er. Mediziner können uns, liebe Mitmenschen, aber auch schonen, wenn sie eine Krankheit nur mit ihrem lateinischen oder griechischen Wort benennen. Meningitis hört sich längst nicht so schlimm an wie Gehirnhautentzündung.</p>
<p>Modewörter und Fremdwörter verbreiten sich durch Nachahmung, und die meisten Vorbilder dafür, liebe Fernsehgucker, erreichen uns am häufigsten über die Glotze. Wir alle, daran sollten wir uns dankbar erinnern, haben unsere Muttersprache, und die Privilegierten unter uns gleich auch eine Zweit- oder sogar Drittsprache, durch Nachplappern gelernt. Wir haben uns Sprache zuerst als Hörer, dann auch als Sprecher und lange danach schließlich als Schreiber angeeignet. Das Nachplappern aber ist manchen von uns, liebe Mitmenschen, so in Fleisch und Blut übergegangen, daß sie bis ins hohe Alter nicht davon lassen können. Wenn alle so reden, warum nicht auch man selbst? Wenn man immer wieder hört, um nur ein Beispiel anzuführen, man dürfe nicht Äpfel und Birnen vergleichen, warum soll man es nicht auch selbst ablehnen? Warum aber, ist dem entgegenzuhalten, liebe Mitmenschen, prüft man nicht erst, ob es auch stimmt? Ist nicht jeder Vergleich möglich, bei dem es für beide Teile ein gleiches Drittes gibt? Ein »Tertium comparationis«, wie der Lateiner sagt? Sind nicht Äpfel und Birnen Kernfrüchte und daher durchaus vergleichbar?</p>
<p>Wenn ihr mir bisher folgen und zustimmen konntet, so wird es nun für einige von euch, liebe Mitmenschen, liebe Leser, liebe Zuhörer, etwas kritisch. Ich behaupte nämlich, daß viele, wenn nicht sogar die meisten Gebete nichts als ein Nachplappern seien. Ist es immer noch so, daß Sündern – und als solche geben sich viele Katholiken wenigstens im Beichtstuhl – eine bestimmte Anzahl von Wiederholungen eines Gebetes als Buße auferlegt wird? Selbst wenn das nicht mehr der Fall sein sollte, ist schon das einmalige Aufsagen eines vorformulierten, standardisierten Gebetes – ja, was denn nun, ein Ritual oder ein Nachplappern? In protestantischen Bürgerfamilien vor dem Zweiten Weltkrieg, auf die sich mein Erfahrungsbereich beschränkt, waren jedenfalls die Tischgebete zu sinnentleerten Wiederholungen heruntergekommen. Doch wir wollen das Kind nicht mit dem Bade ausschütten und mit dem gedankenlosen Nachplappern nicht auch das Auswendiglernen verdammen.</p>
<p>Originelles Sprechen ist uns nur sehr selten möglich; denn die Sprache hat uns eine reiche Musterkollektion beschert, aus der wir immer wieder schöpfen, selbst wenn wir meinen, selbst eine Formulierung erfunden zu haben. Unschöne oder unlogische Ausdrücke werden dadurch nicht besser, daß sie sehr gebräuchlich sind. Nun mal ehrlich, liebe Mitmenschen: habt ihr als Vorsitzende eines Vereins einen Abend nicht auch schon eröffnet mit den Worten »Ich darf (diesen oder jenen) begrüßen«? Warum nicht einfach: »Ich begrüße«? Habt ihr die umständliche Begrüßungsformel bei anderen Rednern gehört und gedankenlos übernommen? Um es mit einem häufig wiederholten Beginn von letzten Sätzen zu sagen: »Bleibt zu hoffen, dass« ihr künftig eure Gäste mit ganz persönlichen Worten begrüßt.</p>
<p>Eine der seltenen Möglichkeiten, im Bereich der Sprache eine freie Entscheidung zu treffen, ist und bleibt – und nun wende ich mich an alle Mitmenschen, die schon Eltern sind, mehr noch aber an alle, die es erst werden wollen – ist und bleibt die Namengebung. Anscheinend sind die Zeiten vorbei, da der Standesbeamte einen Vornamen nicht eintragen durfte, wenn er auf einer ihm vorgeschriebenen Liste fehlte. Liest man heute die Sonnabendzeitungen, in denen sich die Familienanzeigen häufen, dann stößt man auf Vornamen, die man noch nie gehört oder gelesen hat. Mag sein, daß es sie auf Südseeinseln oder in der Mandschurei tatsächlich gibt oder daß ihr sie, werdende Mütter und Väter, von Reisen in andere ferne Länder mitgebracht habt. Ich werde aber den Verdacht nicht los, daß manche von euch Vornamen erfinden, die euer Kind als etwas Einmaliges ausweisen und außerdem schön klingen sollen. Das ist nun ein Feld, auf dem sich euer Originalitätsbedürfnis so richtig austoben kann, erweitert noch in den dazugehörigen Geburtsanzeigen. Denen unter euch, die schon so verfahren sind, liebe Mitmenschen, kann ich einen Vorwurf nicht ersparen. Als ihre eure Tochter auf den Namen Milla, euren Sohn auf den Namen Tjegge taufen ließet, habt ihr da nicht mehr an euch selbst als an eure Kinder gedacht, die nun ein Leben lang als Rarität oder Kuriosität herumlaufen müssen? Ihr habt den Namen eures Kindes zum Angeben mißbraucht. Ihr anderen Elternpaare, die ihr eure Kinder nicht Milla oder Tjegge getauft habt, möchtet ihr denn so heißen? Nein? Dann gebt es auch Millas und Tjegges Eltern mal zu verstehen, wenn die Kinder nicht dabei sind.</p>
<p>Leider beschränkt sich die Originalitätssucht gewisser Eltern, die sich nun ruhig anhören können, was ich ihnen vorhalte, nicht auf einzelne Vornamen. Angeben wollt ihr nicht, aber euren Kindern und eurer Familie doch den Anstrich von etwas Besonderem geben, liebe Eltern-Mitmenschen, wenn ihr die Namen mehrerer Töchter oder Söhne als Serie anlegt. Da folgt auf eine Armgard, Helgard und Reingard noch eine Switgard; auf einen Gabriel, Raffael und Michael noch ein Daniel oder, kaum zu glauben, auf Siegfried, Gunter und Hagen sogar ein Parzifal. Niemand tanzt dabei aus der Reihe. Könnte es aber nicht sein, liebe Serien-Kinder-Eltern, daß sich das zweite, dritte oder vierte Kind in seiner Individualität eingeschränkt fühlt, weil sein Name abhängig ist vom Gesetz der Serie?</p>
<p>Mit zu hohen Erwartungen belastet wird auch ein Kind, das mit Vornamen berühmter Persönlichkeiten ins Leben startet. Hat sich nicht ein gewisser Johann Sebastian Winter verpflichtet gefühlt, Musiker und möglichst auch Komponist zu werden? Wurde ihm im Vergleich mit dem großen Johann Sebastian nicht immer wieder bewußt, welch kleines Licht er doch war? Noch schlimmer wird es, liebe Namensucher-Eltern, wenn ihr schon einen berühmten Nachnamen habt. Schubert beispielsweise. Dann  hütet euch, euren Sohn Franz zu nennen. Als abschreckendes Beispiel wäre an sich ein Name geeignet, den es tatsächlich gegeben hat: Gotthold Ephraim Lessing. Doch diese Zweitausgabe hat trotzdem Karriere gemacht. Nicht namengetreu in der Literatur, sondern in der Musik. Brachte es als Dirigent zum Generalmusikdirektor in Lübeck und anderswo. Ausnahmen bestätigen die Regel.</p>
<p>Wie steht es übrigens mit eurem eigenen Vornamen? Ist das auch ein seltener Vogel, oder seid ihr eine Martina, eine Susanne, ein Günter, ein Walter unter vielen? Mögt ihr euren eigenen Vornamen? Gehört er zum Gerüst eures Selbstwertgefühls? Zum Bewußtsein eurer Identität? Verratet ihr euern zweiten Vornamen wie Wilhelm E. Süskind oder Johannes B. nur durch den Anfangsbuchstaben? Weil ihr selbst <strong>E</strong>manuel oder <strong>B</strong>aptist nicht so gern mögt?</p>
<p>Manchmal fällt es schwer, sich damit abzufinden, daß falscher Gebrauch von Wörtern oder Satzmodellen durch häufige Wiederholung mit der Zeit nicht mehr als falsch empfunden wird. Wie sagen Sie denn, liebe Mitmenschen, haben Sie Freunden oder Verwandten beim Abschied nachgewinkt oder nachgewunken? Korrekt sollte es das Partizip des schwachen Verbs wie »winken« »gewinkt« heißen. Die Form »gewunken« hatte ursprünglich einen leicht komischen Beiklang. Wenn ein Soldat beim Übungsschießen nicht mal die Scheibe getroffen hatte, bewegte der Ergebnis-Anzeiger seine Kelle vor der Scheibe hin und her. Ein Soldat, der von seinem Vorgesetzten nach dem Ergebnis seines Schusses gefragt wurde, soll geantwortet haben: »Herr Hauptmann, sie haben gewunken.« Vielleicht hat das richtige Partizip der starken Verben »sinken« und »stinken« mit »gesunken« und »gestunken« abgefärbt auf winken. Andere schwache Verben auf -inken wie blinken, hinken, linken und zinken waren grammatisch widerstandsfähiger. Niemand sagt »geblunken«, »gehunken«, »gelunken« oder »gezunken«. Diese immer noch falschen Formen klingen lächerlich, wie ursprünglich »gewunken« ja auch. Doch mit Konsequenz und Logik ist Sprachveränderungen nicht immer beizukommen. Was gestern noch falsch war, kann heute schon richtig sein. Und nicht selten haben zwei Formen nebeneinander auch ihre Berechtigung. Das gilt mittlerweile auch für Sätze mit »weil«. Früher leitete diese Konjunktion nur einen Nebensatz ein; heute dagegen, so sehr sich das altgewöhnte Ohr dagegen sträubt, auch einen Hauptsatz. Weil das wird nicht mehr als falsch empfunden. Manchmal hört man geradezu hinter dem Weil einen Doppelpunkt, der besagt: jetzt kommt die Begründung. So weit, so gut, liebe Mitsprachler.</p>
<p>Eine grammatisch falsche Redewendung wird dadurch nicht besser, daß auch sie in Mode kommt und oft wiederholt wird. Über den Satz »Ich habe fertig« eines italienischen Fußballtrainers lächeln wir immer noch und bleiben uns dabei des Fehlers bewußt. Von einem anderen, die deutsche Sprache ähnlich radebrechenden Ausländer könnte der Satz »Sie (oder er) kann Kanzler« stammen, doch leider scheint ihn ein Deutscher zuerst ausgesprochen zu haben. Mit dem meist ernst gemeinten Inhalt dieses Satzes wird seine Fehlerhaftigkeit überspielt, für etwas Nebensächliches gehalten.</p>
<p>Was gewisse Feministinnen uns aber an Sprachveränderung zugemutet haben, solltet ihr nicht unwidersprochen hinnehmen, auch ihr Frauen nicht, obgleich es sich inzwischen so stark durchgesetzt hat, daß es nicht mehr rückgängig zu machen ist. Die Feministinnen glaubten, sie seien sprachlich benachteiligt, wenn mit einem männlichen Gattungsnamen auch Frauen gemeint sein sollten. Eine jahrhundertelange Ungerechtigkeit sollte endlich beseitigt werden. Schriftsprachlich durch die unaussprechliche Schreibung mit großem I mitten im Wort nach dem Muster »LehrerInnen«. Das hat sich verdientermaßen totgelaufen. Doch mußten auf Betreiben von Frauen viele Gesetzestexte geändert werden, damit sie unzweideutig auch für Lehrerinnen, Ärztinnen, Schülerinnen, Gesellinnen und Meisterinnen gelten. Daß all die vielen Änderungen auch Geld kosteten, war diesen feministischen Genauigkeitsfanatikerinnen anscheinend egal. Wie konnte man auch immer nur von Studenten reden, wo es doch fast mehr Studentinnen gibt als Studenten? Da entdeckte man ein Wort, das schon immer Männlein und Weiblein der Jungakademiker bezeichnet hatte: sie waren ja Studierende! Indem die WortführerInnen die Studenten durch Studierende ersetzten, schlugen sie in gleichmacherischem Linksdrall zwei Fliegen mit einer Klappe. Studierende waren bisher, im Unterschied zu den Studenten an Universitäten und anderen Hochschulen, die Absolventen von Ingenieur-, Baugewerk- und ähnlichen höheren Fachschulen gewesen. Nun gibt es nur noch Studierende. Aus dem Studentenparlament ist ein Studierendenparlament geworden. Geht euch das etwa leicht über die Zunge, ihr Altachtundsechzigerinnen, die ihr eine derartige Geschmacklosigkeit mit angezettelt habt? Es lohnt sich wohl nicht recht, die Studentenlieder auch noch in Studierendenlieder umzutaufen, da sie ja doch kaum noch jemand singt.</p>
<p>Anstoß erregte bei den Gleichstellungsbeauftragten der Sprache auch das Wort »Lehrling«. Für weibliche Lehrlinge war es noch unerträglicher als für weibliche Studenten; denn im Gegensatz zur »Studentin« gab es das Wort »Lehrlingin« ja nicht. Die Studierenden hätte man ohne weiteres mit »Studentinnen und Studenten« anreden können, und nach wie vor reden sich die Urheber der lexikalischen Revolte mit »Genossinnen und Genossen« an. Eine ähnliche Doppelanrede für Lehrlinge aber scheitert daran, daß keine weibliche Form existiert. Außerdem wollte nicht jeder Jugendliche mit dem Wort »Lehrling« dauernd an seinen vermeintlich niedrigen Rang in der Gesellschaftsordnung erinnert werden. Glaubten jedenfalls die wohlmeinenden Sprachverbesserer. Es mußte also ein ganz neues Wort gebildet werden. Hätte es da nicht nahegelegen, aus den Lehrlingen parallel zu den Studierenden einfach »Lernende« zu machen? Wäre damit der aktive Teil der Lehrzeit nicht unterstrichen worden? Die Schweizer haben das getan, ganz amtlich, und sind gut dabei gefahren. Und die Österreicher haben die »Lehrlinge« beibehalten.</p>
<p>Aber den bundesdeutschen Spracherneuerern war das denn doch zu simpel. So erinnerten sie sich an ihre Lateinkenntnisse und speziell an das Gerundivum, ein von Verben gebildetes Adjektiv, das etwas ausdrückt, was mit jemand oder etwas anderem geschehen soll. Mit den Endungen -us, -a, -um für den Nominativ der drei Geschlechter. Mit der Übersetzung des einen Wortes hatte man schon immer seine Not, da es eine grammatische Entsprechung im Deutschen nicht gibt. In einem Falle ist daraus immerhin der Vorname »Amanda« geworden, der wörtlich „eine zu liebende; eine, die geliebt werden soll“ bedeutet. Auch »Amandus« hat es mal gegeben, ist aber so gut wie ausgestorben.</p>
<p>Könnt ihr mir noch folgen, ihr Trittbrettfahrer und -fahrerinnen der Sprachmoden? Was hat Amanda mit den Lehrlingen zu tun? Sie sind welche, die ausgebildet werden sollen. Also Auszubildende. Was ist daran zu beanstanden, fragt ihr willigen Sprachmitläufer? Zum einen, daß das Wort geschraubt klingt, ein Kunstwort ist, das vorher im Deutschen nicht existiert hat. Zum anderen, daß es den Lernenden zum Objekt der Ausbildung und der Ausbilder macht. Daß der Lernende in seiner Lehrzeit selbst viel zu tun hat, wird dabei übergangen. Das lateinische Gerundivum, dem die »Auszubildenden« nachgeformt sind, hat nämlich für das mit ihm verbundene Substantiv immer passivischen Charakter. Die Lateiner unter euch erinnere ich an den schönen Satz des Römers Cato der Ältere, das Paradebeispiel für den a.c.i.: »Ceterum censeo Carthaginem esse delendam.« – »Im übrigen bin ich der Meinung, daß Karthago zerstört werden muß.« Hätte ich in einer Klausur übersetzt, »daß Karthago ein Zuzerstörendes ist«, wäre das als schlechter deutscher Stil beanstandet worden. Mit einem einzigen Wort läßt sich das lateinische Gerundivum nicht übersetzen. Dachte man bisher. Bis die »Auszubildenden« in die Welt gesetzt wurden. Und die sind ebenfalls schlechter Stil. Die österreichischen »Lehrlinge« und die schweizerischen »Lernenden« beschämen uns! Nur mit der Abkürzung »Azubi« können wir uns über die Sprachdummheit und Stillosigkeit der »Auszubildenden« hinwegtrösten. Doch was wird nun aus Goethes »Zauberlehrling«? Etwa ein »Zauberazubi«? Wahrscheinlich wandert er nach Österreich oder in die Schweiz aus, weil er hier als »Auszubildender« gar nicht mehr das Kommando »Wasser Marsch!« aussprechen darf.</p>
<p>Wenn ihr meint, den faulen Zauber feministischer Wortschöpfungen könne man doch nicht mehr ändern, dann verweise ich euch auf zwei Bereiche der Sprache, in denen ihr sehr wohl noch auswählen und entscheiden könnt: Genauigkeit und Stil. Gegen das Gebot der Genauigkeit verstoßen zwei Adjektive und Adverbien, die sich seit Jahrzehnten besonderer Beliebtheit erfreuen. Wenn etwas Erfolg hat, dann spricht man von einem positiven Ergebnis. Wenn etwas schief geht, hat es zu einem negativen Abschluß geführt. Der häufige Gebrauch von positiv und negativ ist ein Symptom für die Verarmung unserer Sprache. Ein Symptom auch für die sehr verbreitete Sprachfaulheit. Für beide hier an den Pranger gestellten Adjektive gibt es ja genauere Wörter, und unsere Sprache klingt gleich abwechslungsreicher, farbiger, wenn wir von einem erfreulichen, vorteilhaften, ertragreichen Ergebnis und einem bedauernswerten, ungünstigen, verlustreichen Abschluß reden. Oft wird in der Öffentlichkeit eine Polarisierung abgelehnt, verurteilt. Von denselben Rednern oder Schreibern unter euch, unter uns Mitmenschen, die immer wieder Vorgänge und Menschen in die Wertungsschubladen »positiv« und »negativ« einsortieren. Wie haltet ihr es damit? Seid ihr bereit, auf »positiv« und »negativ« zu verzichten, solange es nicht um Magnetismus und Elektrizität geht? Achtet bitte mal darauf, wie diese beiden Adjektive im öffentlichen Sprechen strapaziert werden. Der Langweiligkeit von längeren Reden entgeht ihr, wenn ihr Strichlisten für »halt«, »eh«, »sozusagen«, »positiv« und »negativ« anlegt. Wenn ihr euch regelrecht auf die Lauer legt, um diese Wörter nicht zu verpassen. Das genaue Hinhören wird es euch leichter machen, die fünf hier angekreideten Wörter selbst zu vermeiden oder wenigstens ihren Gebrauch auf ein Mindestmaß einzuschränken.</p>
<p>Von den ungenauen Adjektiven greife ich nur ein weiteres auf, das seit Jahrzehnten sein Unwesen treibt, und zwar in einer bestimmten Textsorte. Habt ihr, liebe Mitmenschen, selbst wenn ihr nicht gerade auf der Suche nach einer (neuen) Freundin oder einem (neuen) Lebenspartner seid, habt ihr euch schon mal die Lektüre von Heiratsanzeigen gegönnt? Da zeigen besonders die weiblichen Inserenten ihre Schokoladenseite vor, und man wundert sich, daß sie bei all ihren Vorzügen nicht auf normalem Wege unter die Haube gekommen sind. Für alles, was ihnen eingestandenermaßen an Schönheit fehlt, tritt ein Adjektiv ein, unter dem man sich alles Mögliche vorstellen kann, aber nichts Genaues: »attraktiv«. Ein wahres Schwammwort, hinter dem sich in den bewußten Anzeigen auch diese oder jene Schwäche verbirgt. Eheanbahnungsinstitute gehen besonders verschwenderisch mit ihm um. Aber auch Politiker. Sie versprechen im Namen ihrer Partei eine »attraktive« Lösung von Problemen, ein »attraktiveres« Programm als das der Regierung. So bringt ein Schwammwort Ehewillige und Politiker unter einen Hut. Soviel zu den Adjektiven.</p>
<p>Habt nun keine Angst, liebe geduldige Leser, daß ich hier eine ganze Stilfibel aufblättern will. Mir geht es nur um Sprachbewußtsein bildende Anregungen. Um aktuelle Entwicklungstendenzen der Sprache, die ihr vielleicht noch nicht genug bemerkt habt.</p>
<p>Euch ist es in den letzten zehn-zwanzig Jahren sicher auch schon aufgefallen, daß es kaum noch Wörter gibt, die man nicht aussprechen darf. Geradezu bahnbrechend in dieser Hinsicht hat ein Wort gewirkt, mit dem man Enttäuschung über eigenes Mißlingen ebenso ausdrücken kann wie allgemeine Abwertung von Sachen und Abläufen. Ein wahres Schwammwort also, ähnlich wie auf der Habenseite attraktiv. Und auch ein sehr beliebter Fluch, wie die folgende Anekdote beweist. Als ein empörter Bayer in einem Zugabteil ausruft: »Himmel, Kreuz, Kruzifix, Jesses Maria!«, fragt ihn ein Priester, der ihm gegenübersitzt: »Warum sagen Sie nicht einfach ›Scheiße‹«? Ein Fluch, der Diesseits und Jenseits verbindet, wäre freilich dem Geistlichen nicht so leicht über die Lippen gegangen: »Himmel, Arsch und Zwirn!«</p>
<p>Wodurch ist die »Scheiße« salonfähig geworden? Weil das Wort durch häufigen Gebrauch abgenutzt worden ist, seine konkrete Bedeutung fast eingebüßt hat. Wer heute »Scheiße« sagt, stellt sich dabei gar nicht mehr richtige Kacke mit ihrem Gestank, ihrer braunen Farbe und ihrer widerlich-schleimigen Masse vor. Ähnlich ist es dem konkreten »Arschloch« ergangen, das sich zu einem allgemeinen Schimpfwort abgeschwächt hat. Es bezeichnet ursprünglich nach der guten alten Methode »Pars pro toto« – ein Teil für das Ganze – einen ganzen Menschen. Leidet aber auch schon unter Abnutzung.</p>
<p>Es entsteht zunehmend ein Mangel an Schimpfwörtern und Flüchen. Wie kann man eine Frau noch beleidigen, wenn jede Frau irgendwann von irgendwem eine »blöde Kuh« genannt wird? Homosexuelle kann und darf man nicht mehr als »Schwule« und »Lesben« beschimpfen, sondern höchstens noch ganz neutral benennen, denn für sie selbst ist die ehemals beleidigende Bezeichnung ein Merkmal ihres Selbstwertgefühls geworden. Dennoch gibt es noch einige wenige Wörter, ich brauche sie hier nicht zu zitieren, die man besser vermeidet, wenn man nicht sprachlich ins Fettnäpfchen treten will. Aber mit der Bezeichnung unserer Geschlechtsteile haben wir schon unsere liebe Not. Die Wörter dafür sind entweder zu lateinisch oder zu schweinisch.</p>
<p>Nun zu euch, ihr Professoren und Theoretiker. Eure Überlegenheit in euerm Spezialgebiet in allen Ehren, aber auch euch stelle ich die Gretchenfrage: Wie haltet ihr’s mit der Sprache? Wenn ihr eure Erkenntnisse öffentlich ausbreitet, behaupte ich, verkauft ihr euch nicht selten unter Wert. Ihr langweilt eure Zuhörer. Und wodurch? Was ist denn so schlimm daran, daß ihr euern Text ablest, statt frei zu sprechen? Gar nichts, solange ihr euch, wenn ihr euer Manuskript zugleich als Schreibende und als Redende verfaßt habt. Wenn ihr euern Text dann vortragt, klingt er im Idealfall so, als sei er auf dem Rednerpult frisch formuliert worden.</p>
<p>Den oft zitierten Satz »Le style est l’homme même« hat Buffon ausgesprochen, als er 1753 in die Académie française aufgenommen wurde. Wie recht er hat, dieser bedeutende Naturforscher des 18. Jahrhunderts! Man wird euch nicht nur an eurer Sachkompetenz messen, sondern auch am Niveau eurer Sprache. An euerm Stil. Und wer von euch, ihr Geisteshelden, möchte nicht auch als ganzer Mensch verstanden und geachtet sein?</p>
<p>Sehr verbreitet unter vortragenden Wissenschaftlern ist es, nur Aussagesätze aneinanderzureihen, und das eine ganze Stunde lang. Verbunden mit einer wenig wechselnden Sprachmelodie ergibt das eine ermüdende, wenn nicht sogar einschläfernde Wirkung, gegen die man mühsam ankämpft, indem man sich sagt: Das ist ja alles sehr richtig und wichtig, was der da vorträgt. Wie schaffe ich es bloß, alles mitzubekommen? Habe ich nicht eben schon gegähnt, oder ist mir nicht schon mehrmals der Kopf runtergesackt?</p>
<p>Solche Redner lasse ich nicht durch den Sprach-TÜV, bevor sie sich einer rhetorischen Runderneuerung unterzogen haben. In den meisten Fällen brauchen sie ihre Texte nur syntaktisch umzubauen, aufzulockern. Ihnen sind ihre Erkenntnisse und Forschungsergebnisse ja auch nicht als gleichförmiger Brei zugeflossen. Vielmehr haben sie sich Fragen gestellt oder bestehende Lehrmeinungen angezweifelt. Warum stellen sie diese Fragen nicht auch ihren Zuhörern? Warum bauen sie durch den Wechsel im Satzbau nicht eine Spannung auf, die sie dann, erneut mit unterschiedlichen Satzmustern, durch ihre eigene Weisheit wieder lösen?</p>
<p>Länger wollte ich eure Aufmerksamkeit eigentlich nicht strapazieren, liebe Mitmenschen. Aber ihr sollt nicht ungetröstet unser Sprachlabor verlassen. Kennt ihr nicht alle das beliebteste deutsche Gesellschaftsspiel? Es heißt richtig: »Mensch, ärgere dich nicht«. Wird aber im saloppen Umgangsdeutsch kürzer »Mensch ärger dich« genannt. Das ist ehrlicher. Denn in der Tat will man ja gerade, daß der Mitspieler sich ärgert, wenn man ihn rausschmeißt. Ärgern sollt ihr euch auch, liebe Mitmenschen, über den weit verbreiteten nachlässigen Umgang mit der Sprache. Euch dabei aber auch an die eigene Nase fassen. Ich appelliere an eure freiwillige Selbstkontrolle!</p>
<p>Und wo bleibt der Trost, den du uns eben versprochen hast, du besserwisserischer Sprachkritiker? Habt ihr nie gehört, was uns Schiller vorgehalten hat? »Der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er spielt«? Bei aller Zurückhaltung dem Klassiker gegenüber – der Mann hat auch heute noch recht! Wollt ihr nicht alle ganze Menschen sein? Na bitte! Erwartet aber nun nicht auch noch eine Anleitung zu Sprachspielen. Eurer eigenen Entdeckung und Erfindung sind da keine Schranken gesetzt. Wie weit man es dabei treiben kann, hat uns Mozart ausgelassen vorgemacht.</p>
<p>Trost und Vergnügen bereiten euch, wenn ihr Augen und Ohren offen haltet, ungewollte Sprachschnitzer. Ob es Freudsche Fehlleistungen sind oder einfache Fehler, das ist oft nicht zu entscheiden. Druckfehler kommen auch in unserer computergesteuerten Gegenwart immer wieder vor. Taufrisch mein jüngster Fund: Ein Musikwissenschaftler kündigt einen Vortrag über Bach an und nennt ihn, laut Zeitungsnotiz, einen »Komponisten zur Ehe Gottes«. Unterstellt ihr mir etwa, liebe Mitmenschen, daß ich darin keinen Druckfehler sehe, sondern mir im Ernst vorstelle: Gott heiratet endlich und bringt seinen Sohn mit in die Ehe? Und Bach hat den Hochzeitsmarsch dafür komponiert? Nein, nichts liegt mir ferner als dieser Gedanke. Ich bedaure nur den armen Redner, der nun in seinem Vortrag die Ehre Gottes wiederherstellen muß.</p>
<p>›Federhalter‹ für diesen <a title="Mit “fremder Feder” geschmückt …" href="../2011/10/08/2011/06/23/mit-fremder-feder-geschmuckt/">vierten Beitrag</a> ist erneut <strong>©Dr. Wolfgang Butzlaff </strong>(Kiel), dem wir sehr herzlich danken – und seine Gedanken zur Diskussion stellen.</p>
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		<title>Johann Christian Rost: Schäfererzählungen (Neuauflage 2012)</title>
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		<pubDate>Mon, 28 Nov 2011 17:42:00 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Die von Prof. Dr. Uwe Hentschel besorgte Neuausgabe beinhaltet folgende – erotische (!) – Verserzählungen: Die eilfertige Schäferinn. / Die bezauberte Fillis. / Der blöde Schäfer. / Die geprüften Mutterleren. / Das Zeisignest. / Die Schäferstunde. / Die gewissenhafte Schäferinn. / Der verliebte Alte. Hinzu kommt die ebenfalls gereimte Erzählung »Die schöne Nacht« von Rost [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.bernstein-verlag.de/buch/schaefererzaehlungen-die-schoene-nacht"><img class="alignnone size-large wp-image-1981" title="Cover der Neuausgabe 2012" src="http://blog.bernstein-verlag.de/wp-content/uploads/2011/11/U1_Draft-1024x876.jpg" alt="" width="498" height="426" /></a></p>
<p>Die von <strong>Prof. Dr. Uwe Hentschel</strong> besorgte Neuausgabe beinhaltet folgende – erotische (!) – Verserzählungen: Die eilfertige Schäferinn. / Die bezauberte Fillis. / Der blöde Schäfer. / Die geprüften Mutterleren. / Das Zeisignest. / Die Schäferstunde. / Die gewissenhafte Schäferinn. / Der verliebte Alte.<br />
Hinzu kommt die ebenfalls gereimte Erzählung »Die schöne Nacht« von Rost und ein Nachwort des Herausgebers.</p>
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		<title>BernsteinFee #11</title>
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		<pubDate>Sun, 20 Nov 2011 10:40:29 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Die Bernstein-Fee hat wieder ihren Dienst vollführt und zwei ›Quizer‹ aus dem Topf (oder Töpfchen) der eingegangenen Lösungen als Gewinner gezogen, die nun jeweils einen Band der Neuerscheinung von Olga Martynova und Oleg Jurjew – »Zwischen den Tischen« – erhalten. Die Lösung auf unsere Frage lautet: Olga Martynova hat den »Roswitha-Preis« der Stadt Bad Gandersheim erhalten. Die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1633" title="BernsteinFee - [(c) The Olivia Collection]" src="http://blog.bernstein-verlag.de/wp-content/uploads/2011/04/Fee.jpg" alt="" width="175" height="246" />Die <strong>Bernstein-Fee</strong> hat wieder ihren Dienst vollführt und zwei ›Quizer‹ aus dem Topf (oder Töpfchen) der eingegangenen Lösungen als Gewinner gezogen, die nun jeweils einen Band der Neuerscheinung von Olga Martynova und Oleg Jurjew – »Zwischen den Tischen« – erhalten. Die Lösung auf unsere <a title="BernsteinQuiz #11" href="http://blog.bernstein-verlag.de/2011/11/12/bernsteinquiz-11/">Frage</a> lautet: <strong>Olga Martynova</strong> hat den <strong>»Roswitha-Preis«</strong> der Stadt Bad Gandersheim erhalten. Die Jury ehrte damit »eine in zwei Sprachen schreibende Kosmopolitin, deren Musikalität, deren Witz und deren beeindruckende Bildung unsere Literaturlandschaft bereichern«.<br />
Wir gratulieren dreifach: (1.) Olga Martynova zum Preis und (2.) + (3.) unseren Gewinnern zum Gewinn – die Bände gehen morgen auf die Post. Ein Buch geht an <strong>Meinolf Reul</strong> (Walbeck), das andere überschreitet gar die Landesgrenze, bleibt aber – auf erklärten Wunsch des Empfängers – ohne nähere Angaben. Beiden Gewinnern wünschen wir eine angenehme und gewinnbringende Lektüre und danken für&#8217;s Mitmachen.<br />
Mit herzlichem Gruß, die Gebrüder Remmel: R²</p>
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		<title>Juventas im Radio! &#8230;</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Nov 2011 13:29:51 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Während der diesjährigen Buchmesse in Frankfurt besuchte uns auch Theresa Schnedermann von Radioaktiv, dem Campus-Radio Heidelberg [105,4] / Mannheim [89,6]. Sie recherchierte über studentische Fachbereichsmagazine und -zeitschriften und nahm dabei auch die JUVENTAS in den Blick. Das entstandene Radio-Feature kann man hier nachhören. Für den Bericht und ihr Interesse sei an dieser Stelle herzlich gedankt! [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Während der diesjährigen Buchmesse in Frankfurt besuchte uns auch <strong>Theresa Schnedermann</strong> von <strong>Radioaktiv</strong>, dem Campus-Radio Heidelberg <span style="color: #808080;">[105,4]</span> / Mannheim <span style="color: #808080;">[89,6]</span>.<br />
Sie recherchierte über studentische Fachbereichsmagazine und -zeitschriften und nahm dabei auch die <strong>JUVENTAS</strong> in den Blick. Das entstandene Radio-Feature kann man hier nachhören. Für den Bericht und ihr Interesse sei an dieser Stelle herzlich gedankt!</p>
<p>Hier geht es <a title="BlogPost mit Audiofile im JuventasBlog" href="http://www.juventas.bernstein-verlag.de/blog/campus-radio-berichtet-ueber-die-neugruendung-der-juventas" target="_blank">zum Beitrag</a> &gt;&gt;&gt;</p>
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		<title>BernsteinQuiz #11</title>
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		<pubDate>Sat, 12 Nov 2011 11:03:15 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Die sehr erfreulich anlaufende Erstverkaufswoche unserer Novität »Zwischen den Tischen. Olga Martynova und Oleg Jurjew im essayistischen Dialog« soll Anlass für ein weiteres kleines Quiz sein. Wer uns &#8211; bitte nur an die QuizMail &#8211; bis zum 19. November 2011 mitteilt, welchen Preis die ›Zwischen den Tischen‹ -Autorin Olga Martynova Anfang des Monats in Bad Gandersheim [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die sehr erfreulich anlaufende Erstverkaufswoche unserer Novität <strong>»Zwischen den Tischen. Olga Martynova und Oleg Jurjew im essayistischen Dialog«</strong> soll Anlass für ein weiteres kleines Quiz sein. Wer uns &#8211; bitte nur an die <a href="mailto:quiz@bernstein-verlag.de">QuizMail</a> &#8211; bis zum <strong>19. November 2011</strong> mitteilt, welchen Preis die ›Zwischen den Tischen‹ -Autorin Olga Martynova Anfang des Monats in Bad Gandersheim entgegen nehmen durfte und damit als »eine in zwei Sprachen schreibende Kosmopolitin, deren Musikalität, deren Witz und deren beeindruckende Bildung unsere Literaturlandschaft bereichern« geehrt wurde, nimmt an der Verlosung von zwei Exemplaren des neuen Essay-Bandes teil.<br />
Wir wünschen allen ›BernsteinQuizern‹ viel Erfolg und die glückliche Hand der BernsteinFee, deren Ziehungsresultat dann am 20.11. – mit Genehmigung der Gewinner – hier bekannt gemacht wird. Olga Martynova gratulieren wir auch an dieser Stelle noch einmal herzlich zur Auszeichnung und wünschen allseits ein sonniges Herbst-Wochenende: die Gebrüder Remmel – R² &#8230;</p>
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		<title>Buchpremiere: &#8220;Zwischen den Tischen&#8221; &#8211; Olga Martynova/Oleg Jurjew</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Nov 2011 19:55:47 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Im Rahmen der 32. Siegburger Literaturwochen präsentierten Olga Martynova und Oleg Jurjew ihren neuen Essay-Band Zwischen den Tischen. Einem erlesenen Publikum berichtete das Autoren-Ehepaar aus Frankfurt über das (jeweils) eigene Schreiben und las Texte aus dem Werk: Oleg Jurjew präsentierte u.a. anderem seinen Band Von Orten. Ein Poem, Olga Martynova hatte neben dem Lyrik-Band Brief [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-large wp-image-1942" title="Martynova/Jurjew" src="http://blog.bernstein-verlag.de/wp-content/uploads/2011/11/4-1024x768.jpg" alt="" width="491" height="368" /></p>
<p>Im Rahmen der 32. Siegburger Literaturwochen präsentierten <strong>Olga Martynova</strong> und <strong>Oleg Jurjew</strong> ihren neuen Essay-Band <em>Zwischen den Tischen</em>. Einem erlesenen Publikum berichtete das Autoren-Ehepaar aus Frankfurt über das (jeweils) eigene Schreiben und las Texte aus dem Werk: Oleg Jurjew präsentierte u.a. anderem seinen Band <em>Von Orten. Ein Poem</em>, Olga Martynova hatte neben dem Lyrik-Band <em>Brief an die Zypressen</em> ihren viel gerühmten Roman-Erstling <em>Sogar Papageien überleben uns</em> im Gepäck und erfreute damit die Zuhörer.<br />
Der neue Titel <strong>»Zwischen den Tischen. Olga Martynove und Oleg Jurjew im essayistischen Dialog«</strong> ist ab sofort zu haben und kann beim Verlag oder über den Buchhandel bezogen werden. Der Band ist fadengeheftet, hat 128 Seiten und kostet 12,80 € − ISBN 978-3-939431-73-2</p>
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		<title>Fremde Feder #3</title>
		<link>http://blog.bernstein-verlag.de/2011/10/08/fremde-feder-3/</link>
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		<pubDate>Sat, 08 Oct 2011 17:28:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bernsteinblog</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Macht der Moderatoren]]></category>
		<category><![CDATA[Wolfgang Butzlaff]]></category>

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		<description><![CDATA[Alle Macht den Moderatoren? In welcher Epoche wir leben? Aber das wissen wir doch längst. Mit einer einzigen Bezeichnung ist sie zwar nicht zu fassen, doch wir Menschen, jedenfalls viele von uns, haben ja auch mehrere Vornamen. Die oft wenig oder gar nichts miteinander zu tun haben. Wie sollte es da bei einer Epoche anders [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Alle Macht den Moderatoren?</strong></p>
<p>In welcher Epoche wir leben? Aber das wissen wir doch längst. Mit einer einzigen Bezeichnung ist sie zwar nicht zu fassen, doch wir Menschen, jedenfalls viele von uns, haben ja auch mehrere Vornamen. Die oft wenig oder gar nichts miteinander zu tun haben. Wie sollte es da bei einer Epoche anders sein? Ihre wichtigsten Namen sind: das technische Zeitalter, das Zeitalter der Massen und die Postmoderne.</p>
<p>Das technische Zeitalter begann, ohne dass es den Zeitgenossen schon bewusst war, mit dem Siegeszug der Eisenbahnen und entwickelte sich in rasantem Fortschreiten bis zur heutigen, der atomaren Stufe. Dabei wurde der Mensch vom Beherrscher der Technik immer mehr zu ihrem Beherrschten, ihrem Untertan. Wie schon Mephisto in der Schülerszene vorausgesagt hatte, wurde aus der Wohltat Plage.</p>
<p>Von einem Zeitalter der Massen wird gesprochen, seit es Gustave Le Bon 1895 in seinem Standardwerk »Die Psychologie der Massen« [franz.: »La psychologie des foules«] so getauft hat. Seine Thesen sind in vielen Fällen noch heute nicht überholt, und ähnlich verhält es sich mit dem »Aufstand der Massen« [»La rebellion de las massas«] von Ortega y Gasset.</p>
<p>Die Postmoderne wiederum setzte ein, als einerseits dem Avantgardismus als Vorhut der Moderne mit seinem Hang zum Extremen und zur Exklusivität eine Breitenwirkung versagt blieb, andererseits die Klassiker der Moderne in den Status zeitloser Geltung erhoben wurden, stilistisch durchaus erkennbaren Formen verpflichtet. Unter dem Deckmantel »Postmoderne« aber hat sich ein stilistisches Chaos breitgemacht, in dem, künstlerisch jedenfalls, jeder machen kann, was er will.<span id="more-1925"></span></p>
<p>Die beiden Namen »Technisches Zeitalter« und »Postmoderne« werden vielen Phänomenen unserer Zeit allerdings nicht gerecht, erfassen nicht einmal in knappen Worten das Innenleben unserer Epoche. Ich selbst hatte als junger Mensch zwei Schlüsselerlebnisse, die mich dazu brachten, unserem Zeitalter weitere Namen zu geben.</p>
<p>An so genannte »Bunte Abende« war ich als Junge durch Rundfunksendungen gewöhnt. Mit einer Mischung von Musiknummern, kurzen Sketschen und gewollt witzigen Ansagen eines Conférenciers sollten sie im Kriege die Stimmung der breiten Masse, der »Volksgenossen«, aufhellen. Einen solchen »Bunten Abend« hatte ich schon mit fünfzehn Jahren auf einer Bühne erlebt, auf dem Flakschießplatz Deep in Hinterpommern. Sang einzelne Couplets immer wieder nach. Nun wurde ich im November 1943 als Soldat mit einem ganzen Rekrutenjahrgang von Guben nach Berlin verfrachtet, um dort nach den schweren Luftangriffen in der Frankfurter Allee Aufräumarbeiten zu leisten. Nach drei Wochen hatten wir unseren Auftrag erfüllt und erhielten als Belohnung außer Schnaps und Zigaretten Freikarten für eine Vorstellung der »Scala«. Die war als Variété-Theater Teil des immer noch unvorstellbar breiten Kulturprogramms der Reichshauptstadt, in der zwischen Stalingrad und Ausrufung des totalen Krieges so wie im tiefsten Frieden gespielt wurde. In der »Scala« lief ein aus Akrobatik, Tanz und Gesang gemischtes Programm, dessen einzelne Nummern völlig unabhängig voneinander waren, durch ein Nummerngirl angekündigt und von einem Conférencier angesagt. Vor allem die Jongleure, Parterreakrobaten und Zauberkünstler waren hochgetrimmte Spezialisten, die erst nach jahrelangem Training die Höchstleistungen erreicht hatten, mit denen sie nun das Publikum begeisterten und – ihr Geld verdienten. Mit Scheuklappen konzentrierten sie sich auf ihre Disziplin, ohne sich um etwas anderes zu kümmern. Nicht um ihre Kollegen und schon gar nicht um das Kriegsgeschehen. Sie waren für mich, als ich später meinen Berliner Scala-Besuch überdachte, Repräsentanten des Spezialistentums, des Fachidiotentums, das unsere ganze Gesellschaft prägte und noch heute prägt. Soviele verschiedene Fachidioten wie im Programm eines Variétés sieht man sonst nicht in so kurzer Zeit. Insofern spiegelte sich in einem Variétéprogramm stellvertretend der Zustand unserer Gegenwart. Für mich wurde sie dadurch zum »Zeitalter des Variétés«.</p>
<p>Dabei hielt ich den Ansager, den Conférencier, den Verbindungsmann anfangs noch für eine Nebenrolle, mochten sich auch bis 1945 in Rundfunksendungen wie »Guten Morgen, lieber Hörer« einige Komiker wie der Berliner Bruno Fritz oder der Rheinländer Jupp Hussels durch ihren Dialekt und ihre Art von Witzen beliebt machen. Erst allmählich wurde durch Fernsehserien das Rollenverhältnis in bunt gemischten Programmen umgekehrt. Nun wurde der Moderator, der das Ganze zusammenhielt, zur Hauptperson, gefördert durch Serien von Sendungen, deren einziges konstantes Element er bildet. Seinetwegen stellt man diese Sendungen an, ganz gleich, was ein Frankenfeld, Kuhlenkampf oder ein anderer Oberkellner einem diesmal als Menu servieren wird. In »Wetten, dass …?« als Prototyp dieser Sendungen haben Spezialistentum und Aufstieg des Moderators am besten gezeigt, wie sich inzwischen die Struktur von Variétéprogrammen gewandelt hat. Sie setzen sich in dieser Serie immer noch aus Darbietungen von hoch spezialisierten Könnern zusammen, die zwar Dilettanten sind, in ihrem aber meist sehr kleinen Bereich von keinen Profis übertroffen werden. Und doch stehen sie nicht auf derselben Stufe wie ihr Moderator, wie Thomas Gottschalk, ihr Gönner. Als Show-Master und Publikumsmagnet führt er die einzelnen Teilnehmer vor, mit Starallüren und in immer neuen Kostüm-Unikaten. Führte er sie vor, muss man jetzt sagen, nachdem sich Gottschalk von dieser Sendungskette verabschiedet hat.</p>
<p>Er hat sein Auftreten auf diese Sendungen beschränkt, das muss man ihm lassen. Andere Moderatoren dagegen, haben die von ihnen geleiteten Sendungen erst einmal eine hohe Zuschauerquote erreicht, erhalten oder erstreiten sich eine eigene Sendung, die nun nur noch nach ihnen benannt, mit ihrem Namen angekündigt wird. Gutes Beispiel dafür: der Erfinder und Beliebtmacher von »Hart, aber fair« Plasberg, der nun seine eigene Sendung planen und moderieren darf. Gottschalk ist bei aller überzogenen Selbstdarstellung immer auch noch das geblieben, was ein Moderator nach der Definition im »Großen Duden« eigentlich sein soll: ein »lenkender Vermittler«. Der zum Titelträger und Regisseur eigener Sendungen aufgestiegene Moderator aber vermittelt weniger die Beiträge anderer als seine besondere Art, zu moderieren und damit sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen.</p>
<p>Das Stichwort »Vermittler« führt mich zu meinem zweiten Schlüsselerlebnis. Man stelle sich im Sommer 1945 ein Sperrgebiet auf deutschem Boden vor, in dem die gefangenen deutschen Soldaten ihre Uniform und ihre Vorgesetzten die Befehlsgewalt behalten haben. Einen »Kral«. Die Briten bewachen lediglich die Grenzen dieses Terrains. Mitten darin residiert, wenn man das noch so nennen darf, im Herrenhaus des Grafen von Platen der General von Stockhausen. Seine abgewrackten Leute, Strandgut des Krieges, sind als Kompanien auf die umliegenden Orte verteilt, mit ihrem Abteilungsstab durch primitive Feldfernsprecher verkabelt. Wollen sie mit ihrem Abteilungskommandeur oder einer anderen Kompanie sprechen, müssen sie per Handkurbel eine Vermittlung anrufen. Dort werden sie dann mit dem gewünschten Gesprächspartner verbunden.</p>
<p>In dieser Vermittlung saß ich einige Monate lang an einem Zehnklappenschrank. Meldete mich, sobald eine der Klappen gefallen war, mit »Vermittlung«, wenn der Anruf vom Kommandeur oder einer der Kompanien kam; mit »Stab Erdmann«, wenn – selten genug – der General mit dem Kommandeur – es war Major und Ritterkreuzträger Erdmann – sprechen wollte. Erdmann seinerseits beauftragte mich mehrmals, ihm eine Verbindung mit einem zivilen Telefonanschluss zu verschaffen. Das ging nur über den Stab im Herrenhaus, der mich seinerseits mit einer englischen Vermittlung verband, über die allein eine Kommunikation mit zivilen Telefonbesitzern möglich war. Einige Male hatte das geklappt und wäre hier keine Erwähnung wert gewesen, hätte es nicht eines Tages eine Panne gegeben.</p>
<p>Erdmann wollte auf besagtem Umweg mit einer Dame in Rendsburg sprechen. Die meldete sich auch, aber als ich die beiden zusammenstöpselte, hörten sie sich gegenseitig nicht. Ich dagegen hörte ihn und hörte sie. Und wurde von einem passiven zu einem aktiven Vermittler. Gab das, was ein Gesprächspartner dem anderen sagen wollte, in möglichst genauer Wiederholung weiter. Beide sprachen deutsch. »Sagen Sie der gnädigen Frau ….«, »Sagen Sie Herrn Major Erdmann …«, so ging das nun hin und her. Ich brauchte nichts zu übersetzen, war aber im Prinzip in einer ähnlichen Situation wie ein Dolmetscher. Von dem nimmt man an, dass er sich als Vermittler genau an das hält, was die Dialogpartner gesagt haben. Er könnte es aber auch verändern, ohne dass der oder die andere es merken. Beispielsweise aus diplomatischen Gründen einzelne Äußerungen mildern oder verschärfen. Vermutlich ist dies auf internationaler Ebene bisweilen auch schon so gehandhabt worden. Jedenfalls ist der Dolmetscher ein Vermittler, der mehr weiß als die beiden Partner, zwischen denen er zu vermitteln hat.</p>
<p>In einer Sonderform des Moderators gibt ein Vermittler anderer Art vor, alles das zu wissen, was er aus seinen Kandidaten herausfragt: der Quizmaster. Dabei hat ihm hinter den Kulissen ein ganzes Team zugearbeitet, um ihn mit Fragen und Antworten zu versorgen. Er selbst würde als Kandidat vermutlich schmählich untergehen. Showmaster, Moderator, Quizmaster – sie sind, um es mit Hans Sachs zu sagen, Hosen eines Tuchs. Aus dienstbaren Vermittlern ohne individuelle Prägung sind sie durch eine Fülle von Sendungen zu Hauptpersonen geworden. Sie spielen eine der beiden Hauptrollen, um die sich Darsteller am meisten reißen. Die andere ist die der Kriminalkommissare, seit einigen Jahren auch der Kriminalkommissarinnen. In der Nachfolge von Sherlock Holmes und Hercule Poirot sind sie wichtiger als die Verbrechen, die sie aufklären. Wichtiger auch als die Verbrecher, denen sie das Handwerk legen. Sie moderieren gewissermaßen Kriminalität. Das tun auch die Leiter von Sendungen, in denen die Täter unaufgeklärter Verbrechen gesucht werden.</p>
<p>Verwandt mit Moderatoren sind ebenfalls die Entertainer, oft auch als Alleinunterhalter unterwegs. Und die Animateure. Viele Menschen wissen nichts mit sich anzufangen, wenn sie allein sind. Denen sollen diese Antreiber zu eigenem Tun wenigstens in Altenheimen und Kurorten, auf Kreuzfahrtschiffen und Betriebsfesten die Langeweile vertreiben. Nichts anderes wollen die Showmaster und Quizmaster ja auch.</p>
<p>Unser technisches Zeitalter der Postmoderne und des Variétés ist demnach – alles in allem – auch ein Zeitalter der Moderatoren. Doch hinge dieser sein vierter Name in der Luft, wäre nicht der Typ des Moderators längst vorgeprägt. Durch die Geistlichen der christlichen Kirchen. Dass die Rollen des Priesters und des Moderators nahezu identisch sind, könnte man zunächst für eine unbewiesene Behauptung, wenn nicht gar für eine Entwürdigung des geistlichen Standes halten. Nun aber hat kürzlich eine zurückgetretene, entkanzelte Bischöfin demonstriert, wie leicht sie von einer in die andere Rolle schlüpfen konnte. Als sie eingeladen wurde, vertretungsweise die Moderation in einer Talkshow zu übernehmen, sagte sie sofort zu und wurde dieser neuen, anderen Rolle problemlos gerecht.</p>
<p>Als studierte Pastorin hatte sie bei der Moderation der Gottesdienste den Gläubigen ihr größeres theologisches Wissen zu vermitteln. Doch sind die evangelischen Gottesdienste mehr und mehr in zwei Teile gespalten: die Liturgie und die Predigt. In der Liturgie mit Bibelzitaten, Gebeten und Chorälen beschränkt sich der Geistliche auf seine Vermittlerfunktion. Diese Liturgie aber wird (wie Rezitative in italienischen Opern) weitgehend als Durststrecke empfunden. Daher hängt die Wirkung eines protestantischen Gottesdienstes von der Qualität der Predigt, und das heißt: von den rhetorischen Fähigkeiten und der individuellen Ausstrahlung des Kanzelredners ab. Er kann beides in den Dienst der christlichen Botschaft und der Bibelinterpretation stellen, aber auch nicht verhindern, dass die Gottesdienste vor allem seinetwegen besucht werden. Der Personenkult um besagte Bischöfin nach ihrem Rücktritt berechtigt zur Annahme, dass sich in ihrer Amtszeit ihre Bischofskirche sonntags hauptsächlich um ihrer Predigt willen füllte. Dabei wäre dann die Moderatorin wie eine »weltliche« Vermittlerin zur Hauptperson geworden. Wahrscheinlich kein Einzelfall. Um die Rollenverwandtschaft auf den Punkt zu bringen: man geht (in solchen Fällen) in einen Gottesdienst und man stellt eine Sendung an nur des Moderators wegen.</p>
<p>Hängt es in protestantischen Gottesdiensten von der Individualität des Geistlichen ab, ob er als Moderator zur Hauptperson wird, so ist es der katholische Priester immer schon kraft seines Amtes. Als Showmaster der Gottesdienste, in denen es auch auf äußere, oft veräußerlichte Wirkung ankommt, ist er durch seine Priesterweihe, so jedenfalls behauptet die Kirche, dem einfachen Gläubigen überlegen. Wie ein Quizmaster verfügt dieser Moderator, dieser »leitende Vermittler« über ein größeres Wissen, das aber nicht aus ihm selber kommt, sondern von einer höheren Instanz, mit der er auf Grund seines Theologie-Studiums, vor allem aber wegen seiner Weihe in Verbindung steht. Er sitzt an der Schaltstelle, über ihn und niemals an ihm vorbei kann sich der »uneingeweihte« Mensch kniend, betend und das Kreuz schlagend dieser obersten Instanz nähern.</p>
<p>Bei dem einfachen Geistlichen, dem Dorfpriester etwa, besteht die Gefahr des Personenkultes kaum, da die Predigt im normalen Gottesdienst keine große und in der traditionellen Messe überhaupt keine Rolle spielt. Je höher aber ein Priester in der Hierarchie seiner Kirche aufsteigt, desto mehr Gewicht hat durch das Amt auch seine Person. Ablesbar unter anderem an der Güteklasse des Autos, in dem er sich fortbewegt. Alles läuft über Prälaten, Bischöfe, Erzbischöfe und Kardinäle auch in dieser Beziehung auf den höchsten Amtsträger zu, den ranghöchsten Moderator. Auf den Papst und sein Papamobil. Aufgrund seiner Stellung hat er von allen Priestern die größte Chance, nach seinem Tode selig und danach heilig gesprochen zu werden. Oft ist es nur eine Frage der Zeit. Seine Anrede »Heiliger Vater« nimmt eine spätere Heiligsprechung ja schon vorweg.</p>
<p>Seiner Amtsbezeichnung nach ist der Papst als Nachfolger des Apostels Petrus der Stellvertreter Christi. Normalerweise hat ein Stellvertreter allenfalls die Befugnisse des abwesenden oder sonst wie verhinderten Amtsträgers. Darauf beschränkt sich der Papst aber nicht. Er hat sich im Laufe der Jahrhunderte Rechte herausgenommen, an die ein lebender Jesus nie gedacht hat, nie denken konnte. Denn der stand ja noch nicht an der Spitze einer Hierarchie; ihm unterstanden als Befehlshaber allenfalls himmlische Heerscharen, aber nicht diesseitige Priesterscharen. Lassen wir das einmal auf sich beruhen und billigen wir dem Papst zu, dass er tatsächlich einen direkten, den direktesten Draht zu dem hat, den er vertritt, und dass er als »lenkender Vermittler«, als Chef-Moderator sein größeres Jesus-Wissen in Enzykliken und anderen Botschaften unter Priester und einfache Gläubige bringt. Mit dem weltlichen Moderator Thomas Gottschalk hat er übrigens den häufigen Kostümwechsel gemeinsam. Er sitzt an der Schaltstelle, und wenn der Katholik im Credo seinen Glauben auch auf »unam sanctam ecclesiam catholicam«, eine einzige heilige katholische Kirche ausdehnt, dann achtet der Papst darauf, dass ja niemand, wie Franz Schubert in seinen sechs Messen, diesen Teil des Glaubensbekenntnisses weglässt.</p>
<p>Bei alledem ist in allen christlichen Kirchen unbestritten die Anerkennung von Jesus als Gottes Sohn, der seinen Vater Gott auf der Erde vertreten hat, mithin auch als eine Art Gott. Die Kirche aber ist mehr als eine Gotteskirche eine Christuskirche. Am Menschen Jesus, für Christen dem im Alten Testament angekündigten Messias, können sich Glaubensinhalte weit eher konkretisieren als an dem alle Vorstellungen sprengenden, doch im Kern abstrakten Gott. Wie wäre es aber, wenn Jesus selbst sich nicht als Hauptziel menschlicher Verehrung verstanden haben sollte, sondern nur als Vermittler göttlicher Wahrheit, Weisheit und Güte? Als Moderator mit besonderen Vollmachten? Freilich würde die gesamte christliche Kirche dann zusammenbrechen. Denn in ihr spielt Jesus als Christus und Gottes Sohn die Hauptrolle, nicht Gott selbst. Auf ihn und seine reine Leere berufen sich selbst scharfe Kirchenkritiker. Mag man noch soviel am Zustand der Kirche bemängeln – bei Jesus ist Endstation.</p>
<p>Wer ihm ans Leder will – allein dieser Ausdruck ist schon ein Sakrileg, eine Gotteslästerung – rüttelt an den Fundamenten des Glaubens. Befindet sich aber in bester Gesellschaft. So unterschied Lessing die »Religion Christi«, worunter er die Lehre des historischen Jesus, seinen Hinweis auf Gott verstand, von der »christlichen Religion« mit Jesus als Gegenstand der Anbetung. Diese Unterscheidung übt zweifellos Kritik an der Vergottung von Jesus.</p>
<p>Kein anderer als Goethe lehnte Kreuz und Kruzifix radikal ab, richtete seine Dichtungen immer an Gott persönlich, nicht an seinen wundertätigen Vermittler. In einem Beitrag zum »West-östlichen Divan« wendet sich ein lyrischer Dichter – sein armenischer Ursprung tut hier nichts zur Sache – mit der Anrede »Süßes Kind« an eine Geliebte. Er hat ihr eine Perlenkette geschenkt und bemerkt nun, dass sie »ein Zeichen dran gehängt hat«, das ihm am wenigsten gefällt. Gemeint ist das Kreuz. Doch Goethe umschreibt es mit »Hölzchen quer auf Hölzchen«. Mitzudenken ist in diesem Gedicht eine islamische Sehweise des Sprechers, nach der Jesus zwar ein Prophet war, aber nicht mehr, und keineswegs Gottes Sohn. Doch hat Goethe unter dieser Maske zweifellos auch seine eigene Anschauung versteckt:</p>
<p>Jesus fühlte rein und dachte<br />
Nur den Einen Gott im stillen;<br />
Wer ihn selbst zum Gotte machte,<br />
Kränkte seinen heilgen Willen.</p>
<p>Offen konnte Goethe seine Einstellung zur Kirche so nicht äußern. Im Gedicht aber wird er noch deutlicher. Er wirft der Geliebten vor:</p>
<p>Mir willst du zum Gotte machen<br />
Solch ein Jammerbild von Holze!</p>
<p>Eine unmissverständliche Ablehnung des Kruzifixes. In der letzten Strophe kommt es noch schlimmer. Was geschähe, wenn die Geliebte die Perlenkette mit dem Kreuz tatsächlich trüge? »ein Vitzliputzli [d.h. ein Schreckensbild, ein Teufel] würde / Talisman an deinem Herzen.« Im Klartext: aus dem Symbol für Gottes Sohn würde ein Abbild des Satans. Auf Anraten seines Freundes Boisserée hat Goethe dieses Gedicht nicht veröffentlicht, aber aus dem Nachlass wurde es dann doch bekannt.</p>
<p>Ausführlicher und unverhüllt hat Rainer Maria Rilke im »Brief des jungen Arbeiters« das Kennzeichen des Christentums aufs Korn genommen; »Ich kann mir nichts vorstellen«, heißt es da, »daß das <em>Kreuz bleiben</em> [so kursiv bei Rilke] sollte, das doch nur ein Kreuzweg war. Es sollte uns gewiß nicht überall aufgeprägt werden wie ein Brandmal. … Zwingt uns nicht immer zu dem Rückfall in die Mühe und Trübsal, die es ihn gekostet hat, uns, wie ihr sagt, zu ›erlösen‹. Laßt uns endlich dieses Erlöstsein antreten.« … Christus habe sich wie ein mächtiger Zeigefinger auf Gott hinweisen wollen. »Aber die Menschen sind wie die Hunde gewesen, die keinen Zeigefinger verstehen und meinen, sie sollten nach der Hand schnappen. Statt vom Kreuzweg aus … weiterzugehen, hat sich die Christlichkeit dort angesiedelt und behauptet, dort in Christus zu wohnen, obwohl doch in ihm kein Raum war … wie in jedem Weisenden, der eine Gebärde ist und kein Aufenthalt.«</p>
<p>Folgt man diesen Stimmen gegen die Erhöhung Jesu zum Sohn Gottes, dann wäre er als Mensch nicht mehr, aber auch nicht weniger als ein besonders kompetenter Vermittler zwischen Gott und den Menschen. Ein Moderator der Gottesverehrung unter Aufhebung der Trinität, die bei unvoreingenommener Betrachtung von Anfang an den monotheistischen Charakter des Christentums auszuhöhlen drohte.</p>
<p>Ohne näher auf die Einzelheiten einzugehen, lässt sich behaupten, dass die christlichen Priester als »lenkende Vermittler« immer schon Muster für die nun zu Hauptpersonen aufgestiegenen »weltlichen« Moderatoren gewesen sind. Als Pastoren sind sie außerdem, wie ihr Name schon besagt, zugleich Hirten, und nicht von ungefähr ist der Bischofsstab seiner Herkunft nach ein Hirtenstab. Die Schafe, die sie zu hüten haben, sind ihre Gläubigen, die ursprünglich nicht lesen und schreiben konnten. Unmündig und lenkungsbedürftig. Die Pastoren, die Hirten, und sie allein, wissen immer, wohin es geht, und ihre Herde folgt ihnen willig und – das gehört sich für Schafe doch wohl so – lammfromm. Sollten die weltlichen Moderatoren auch in dieser Hinsicht den geistlichen vergleichbar sein?</p>
<p>Wer das Verhalten der Zuschauermassen beobachtet, die sich vor dem Moderator einer Unterhaltungssendung versammeln, stellt sehr bald fest, dass sie unten alles mitmachen, was der da oben von ihnen erwartet. Womit aber füttert dieser säkularisierte Pastor seine Schafe? Da genügt es nicht, sie nur zu amüsieren, was natürlich immer dabei sein muss. Um seine »Kunden« richtig einzuschätzen, muss der Moderator ihre Mentalität kennen und berücksichtigen. Sie sind eventgierig und idolsüchtig. Außerdem sind sie Anhänger des Aussteigerkults. Gelegentlich hat der Moderator das Glück, alle drei Bedürfnisse zu befriedigen. Das gelingt ihm weniger vor der tatsächlich in einem Saal versammelten Herde als im Fernsehen vor der viel größeren, Millionen zählenden latenten Masse vor den Bildschirmen. So kann ein Aussteiger schon zum Idol geworden sein, über den neue, überraschende, eventmäßige Vorfälle oder Enthüllungen zu berichten sind. Im kirchlichen, fast nur katholischen Bereich erfüllen diesen Anspruch manche Heilige. Nicht selten waren es ursprünglich Sünder und Aussteiger, die als Märtyrer zu Idolen aufgerückt sind und durch ihre Wundertätigkeit für Events gesorgt haben.</p>
<p>Geistliche und weltliche Moderatoren machen sich die Gesetze der Massenpsychologie zunutze und arbeiten als Menschendompteure wie Tierbändiger mit Zuckerbrot und Peitsche. Will sagen: mit einem System von Belohnung und Strafe. Sie setzen darauf, dass die meisten Menschen nichts um seiner selbst willen tun, sondern mit ihrem Tun immer einen bestimmten Zweck verfolgen. Im religiösen Bereich besteht dieser Zweck im Weiterleben nach dem Tode und, höher angesiedelt, in der ewigen Seligkeit. Indem Geistliche ihnen in der einen Hand dieses Zuckerbrot hinhalten, schwingen sie in der anderen gleichzeitig die Peitsche. Ihr kommt in den Himmel nur durch den Glauben, durch Gebete und die Erfüllung der von der Kirche vorgeschriebenen Verhaltenweisen. Weicht ihr aber davon ab, droht euch – dies die Peitsche in der anderen Hand – ewige Verdammnis oder zumindest ein schmerzhafter Aufenthalt im Fegefeuer. Lohn und Strafe, Zuckerbrot und Peitschenhiebe haben gemeinsam, dass Verheißung und Drohung sich auf das Jenseits beziehen. Auf das, was nach dem Tode kommt. Das aber lässt sich weder verifizieren noch falsifizieren, ist auf Glauben oder Vermutung angewiesen. Es bleibt also, vorsichtig gesagt, durchaus in der Schwebe, ob das, was die Moderatoren in Soutane oder Talar verkündet haben, dann, wenn es soweit ist, auch wirklich eintritt. Jedenfalls liegt derjenige nicht falsch, der sich an die Erkenntnis zweier Mönche hält, die unbedingt wissen wollten, wie es im Jenseits aussieht. Dem, was sie darüber in ihrer Kirche gehört hatten, trauten sie wohl nicht recht. Also trafen sie folgende Abmachung: Wer als erster stürbe, sollte dem noch Lebenden mit einem lateinischen Wort mitteilen, was er vorgefunden habe. Wenn es drüben genau so sei wie hüben verkündet wurde, solle er »totaliter« senden. Sei es aber anders, würde das Wertungswort »aliter« lauten. Nun stirbt einer von beiden tatsächlich. Und was lässt er im Traum dem anderen verlauten? »Totaliter aliter«. Unbeschadet solcher agnostischen Behauptung verlassen sich die geistlichen Moderatoren darauf, dass man ihnen ihre doch recht dezidierten Jenseitsvorstellungen immer noch abnimmt.</p>
<p>Den weltlichen Moderatoren, den Menschenbändigern vor der Kamera würden ihre Herden bei leeren Versprechungen und erst recht bei Drohungen weglaufen. Die Peitsch dürfen sie also bestenfalls zum Streicheln benutzen. Als Quizmaster aber haben sie die Vollmacht, Zuckerbrot in Form von hohen Geldsummen oder durch Verleihung von Phantom-Orden (»Leuchte des Nordens«) zu verabfolgen. Wie sich die latente Masse an den Bildschirmen in eine tatsächlich vorhandene Menschenansammlung verwandeln kann, das hat am eindrucksvollsten Gottschalk mit seinen Stadtwetten vorgeführt. Die tausend Braunschweiger, die bewegt wurden, sich möglichst schnell auf den Schlossplatz zu begeben, um dort nach Michael Jacksons Hit zu tanzen, hätten wohl auch unsinnigere Befehle des Moderators befolgt. Aber seien wir doch froh, dass die Moderatoren die ihnen hörigen Zuschauer noch im Zaum halten.</p>
<p>Rock- und Pop-Stars haben sich längst von ihnen emanzipiert oder sie zu bloßen Ansagern zurückgestuft. Die Bands auf der Bühne haben im Grunde nichts dagegen, dass ihre Fans mal außer Rand und Band geraten. Wer sich aber widerstandslos solchen Massenausbrüchen hingibt, wie sollte der sich gegenüber politischer Massensuggestion noch behaupten? Jedenfalls hat er das Recht verwirkt, den Mitläufern in beiden deutschen Diktaturen, der braunen und der roten, den Vorwurf zu machen, keinen Widerstand geleistet zu haben.</p>
<p>Offiziell sind die Diktatoren, ob sie nun Stalin, Hitler oder Mao hießen, nur als »lenkende Vermittler« von Ideen oder weltverbessernden Ideologien aufgetreten, als Moderatoren höherer Zwecke. Diese wurden aber von den Volksmassen, die ihren demagogischen Reden Glauben schenkten, dem Personenkult untergeordnet. Als »lenkende Vermittler« ihrer Parteiprogramme verstehen sich auch Politiker in Republiken; denn nach Wahlniederlagen erklären manche von ihnen, es sei ihnen leider nicht gelungen, ihre Vorstellungen künftiger Politik zu vermitteln, die doch viel besser seien als die der Wahlsieger. Sie bekennen also, schlechte Moderatoren gewesen zu sein. Wenn Bismarck sich als »ehrlichen Makler«, also uneigennützigen Vermittler bezeichnete, so würden demokratische Politiker sich kaum dagegen wehren, auch so genannt zu werden. In der Wirtschaft haben dagegen die kommerziellen Makler, die Haus- und Grundstückverkauf oder den Umschlag von Waren vermitteln, den Ruf, zuviel selbst an der Vermittlung zu verdienen. Der Vorwurf lässt sich ohne weiteres auf Politiker übertragen. Welche Marge, welche Vermittlungsgebühr, welche Vorteilsnahme darf man einem Abgeordneten oder Minister zubilligen, ohne dass ihm die Anerkennung als ehrlicher Makler entzogen wird?</p>
<p>Im Gegensatz zu den geistlichen Moderatoren, deren jenseitige Zukunftsbilder nicht überprüft werden können, müssen die weltlichen Moderatoren, in diesem Falle die Politiker, damit rechnen, dass nach der Wahl kontrolliert wird, ob sie ihre Versprechungen eingehalten haben oder nicht. Die Antwort wird wie bei den Mönchen auch für das Diesseits lauten: Totaliter aliter!</p>
<p>Moderatoren haben Macht, das steht außer Frage. Sind wir Nicht-Moderatoren ihnen deswegen hilflos ausgeliefert? Wie können wir, wenn der Moderator den Ton angegeben hat, uns weigern, mit der Masse ins gleiche Horn zu tuten? Werden wir nicht immer wieder von der Nestwärme der Herde verlockt, bei ihr zu bleiben? Doch bei allem Widerstandswillen können wir nicht übersehen, dass die meisten Menschen jemand brauchen, der ihnen sagt, wo es entlang geht. Das steckt indirekt auch in der neuerdings bei Politikern so beliebten Redewendung, sie hätten »etwas auf den Weg gebracht«. Für uns alle natürlich. Wir würden dann schon hinterher trotten.</p>
<p>Immer wieder in Frage stellen, was die Moderatoren uns vorschreiben wollen. Aus der allgemeinen Marschrichtung ausscheren. Uns gegen Bevormundung über den Bildschirm, aus Priester- oder durch Politikermund wehren. Und jegliche Moderatoren und ihr Moderieren in die Schranken verweisen. Berechtigte Verehrung verdienstvoller Menschen nicht zum Personenkult ausarten zu lassen. Das, was vermittelt werden soll, immer für wichtiger halten als die Vermittler. Das können wir tun.</p>
<p>›Federhalter‹ für diesen <a title="Mit “fremder Feder” geschmückt …" href="../2011/06/23/mit-fremder-feder-geschmuckt/">dritten Beitrag</a> ist <strong>©Dr. Wolfgang Butzlaff </strong>(Kiel), dem wir sehr herzlich danken &#8211; und seine Gedanken zur Diskussion stellen.</p>
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		<title>Zwei, die sich erlesen &#8230; Olga Martynova und Oleg Jurjew</title>
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		<pubDate>Sun, 25 Sep 2011 09:00:35 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Unter dem Titel »Zwei, die sich erlesen &#8230;« präsentieren Olga Martynova und Oleg Jurjew im Rahmen der 32. Siegburger Literaturwochen eigene deutsche und russische Gedichte sowie essayistische Texte, die interessante Aspekte der deutschen und russischen Kultur behandeln. Eine Auswahl dieser Texte erscheint in einem kleinen Buch, dass anlässlich der Lesung seine (Welt-)Premiere feiert.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="size-full wp-image-1922 alignleft" title="Cover_Zwischen-den-Tischen" src="http://blog.bernstein-verlag.de/wp-content/uploads/2011/09/9783939431732.jpg" alt="" width="142" height="224" /></p>
<p>Unter dem Titel <strong>»Zwei, die sich erlesen &#8230;«</strong> präsentieren <strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Olga_Borissowna_Martynowa" target="_blank">Olga Martynova</a></strong> und <strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Oleg_Alexandrowitsch_Jurjew" target="_blank">Oleg Jurjew</a></strong> im Rahmen der 32. Siegburger Literaturwochen eigene deutsche und russische Gedichte sowie essayistische Texte, die interessante Aspekte der deutschen und russischen Kultur behandeln. Eine Auswahl dieser Texte erscheint in einem kleinen Buch, dass anlässlich der Lesung seine (Welt-)Premiere feiert.</p>
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		<title>Frischer Wind im Bernstein-Regal &#8230;</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Aug 2011 19:33:28 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="size-large wp-image-1904 alignleft" title="U1_Bernstein-Regal-Nr9" src="http://blog.bernstein-verlag.de/wp-content/uploads/2011/08/U1-585x1024.jpg" alt="" width="246" height="430" />Bevor nun die nächsten Heft-Nummern in der ›Miniaturen‹-Reihe »Bernstein-Regal« sukzessive erscheinen, wurde das ›Gewand‹ der Bändchen noch etwas erfrischt. Das reihentitelgebende und als Cover installierte Bild eines Regals, das wir dereinst – gegen die herrschende Regel, aber mit der exzeptionellen Genehmigung des uns führenden Benediktiner-Mönchleins – in einer herrlichen oberösterreichischen Klosterbibliothek geschossen haben (ich sage nur ›Stifter‹), wird nun vollflächig auf der Titelseite eingesetzt und zieht sich in Variationen über den ganzen Umschlag, U1-U4.<br />
Die nächsten und in diesem neuen Gewand daherkommenden Bände erscheinen nun laufend, wenn auch nicht in numerischer Folge → <strong>Nr. 7</strong> &#8211; Philipp Restetzki: Arthur Schnitzler und die Realität. Traumtheorien und Realitätsebenen in der »Traumnovelle« ¦ <strong>Nr. 8.1</strong> &#8211; Walter Schiffer: Martin Bubers Tätigkeit in der Erwachsenenbildung. Die Lernzeiten im Bröltalhaus 1934 und 1936 ¦ <strong>Nr. 8.2</strong> &#8211; Thomas Reichert: Aharon Appelfeld und die Rückkehr zur jüdischen Tradition ¦ <strong>Nr. 9</strong> &#8211; Ingeborg Scholz: Robert Musil – Sein Standort und seine Dichtung. Interpretationen einer Auswahl von Texten aus »Nachlaß zu Lebzeiten« ¦ <strong>Nr. 10</strong> &#8211; Ruth Rahmeyer: Ein Freund in Venedig. Ottilie von Goethe und Rawdon L. Brown.</p>
<blockquote><p>Das hiesige »Bernstein-Regal« ist ein Regal im quasi-bibliothekarischen Sinne und möchte als »Miniaturen«-Reihe des Verlags kleineren (akademischen) Texten einen publizistischen Standort bieten. Werke in Aufsatzstärke von 25–30 DIN A4-Seiten (zzgl. etwaiger Abb.) können und sollen auf den einzelnen Disziplin-Böden des Regals ihren Raum finden. Die Texte werden in einem einheitlichen Reihenformat und -layout präsentiert. Beispielhaft ist hier an Aufsätze, Reden, einzelne Vorträge o.ä. zu denken.</p></blockquote>
<p>Die <a title="Bernstein-Regal im BV ..." href="http://www.bernstein-verlag.de/schriftenreihe/bernstein-regal" target="_blank">Reihe</a> nimmt gerne und laufend noch weitere Texte auf, um die Regal-Böden zu füllen. Unter dem Motto »Too short to be a book, too important to be unpublished!« sind Arbeiten aus dem Bernstein-Themenkreis immer willkommen.</p>
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		<title>Bonn hat&#8217;s &#8230;</title>
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		<pubDate>Sun, 07 Aug 2011 12:36:14 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Bonn wird publizistischer Standort der &#8216;jungen Philosophie&#8217; &#124; Bonner Presseblog http://bit.ly/qXnD51 07/08/2011 11:17 via bitlyReplyRetweetFavorite @BonnBlogNews BonnBlogNews]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- tweet id : 100133417215197184 --><br />
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<div class='bbp-actions' style='font-size:12px; width:100%; padding:5px 0; margin:0 0 10px 0; border-bottom:1px solid #e6e6e6;'><img align='middle' src='http://blog.bernstein-verlag.de/wp-content/plugins/twitter-blackbird-pie//images/bird.png' /><a title='tweeted on 07/08/2011 11:17' href='http://twitter.com/#!/BonnBlogNews/status/100133417215197184' target='_blank'>07/08/2011 11:17</a> via <a href="http://bit.ly" rel="nofollow" target="blank">bitly</a><a href='https://twitter.com/intent/tweet?in_reply_to=100133417215197184' class='bbp-action bbp-reply-action' title='Reply'><span><em style='margin-left: 1em;'></em><strong>Reply</strong></span></a><a href='https://twitter.com/intent/retweet?tweet_id=100133417215197184' class='bbp-action bbp-retweet-action' title='Retweet'><span><em style='margin-left: 1em;'></em><strong>Retweet</strong></span></a><a href='https://twitter.com/intent/favorite?tweet_id=100133417215197184' class='bbp-action bbp-favorite-action' title='Favorite'><span><em style='margin-left: 1em;'></em><strong>Favorite</strong></span></a></div>
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		<pubDate>Sat, 06 Aug 2011 15:35:23 +0000</pubDate>
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<div style='background:#fff; padding:10px; margin:0; min-height:48px; color:#634047; -moz-border-radius:5px; -webkit-border-radius:5px;'><span style='width:100%; font-size:18px; line-height:22px;'>@<a href="http://twitter.com/intent/user?screen_name=bernsteinverlag" class="twitter-action">bernsteinverlag</a> got a grade of 95.2/100 on @<a href="http://twitter.com/intent/user?screen_name=grader" class="twitter-action">grader</a>.  Check it out:  <a href="http://t.co/tiUQY67" rel="nofollow">http://t.co/tiUQY67</a></span>
<div class='bbp-actions' style='font-size:12px; width:100%; padding:5px 0; margin:0 0 10px 0; border-bottom:1px solid #e6e6e6;'><img align='middle' src='http://blog.bernstein-verlag.de/wp-content/plugins/twitter-blackbird-pie//images/bird.png' /><a title='tweeted on 06/08/2011 17:28' href='http://twitter.com/#!/bernsteinverlag/status/99864499326164993' target='_blank'>06/08/2011 17:28</a> via <a href="http://twitter.com/tweetbutton" rel="nofollow" target="blank">Tweet Button</a><a href='https://twitter.com/intent/tweet?in_reply_to=99864499326164993' class='bbp-action bbp-reply-action' title='Reply'><span><em style='margin-left: 1em;'></em><strong>Reply</strong></span></a><a href='https://twitter.com/intent/retweet?tweet_id=99864499326164993' class='bbp-action bbp-retweet-action' title='Retweet'><span><em style='margin-left: 1em;'></em><strong>Retweet</strong></span></a><a href='https://twitter.com/intent/favorite?tweet_id=99864499326164993' class='bbp-action bbp-favorite-action' title='Favorite'><span><em style='margin-left: 1em;'></em><strong>Favorite</strong></span></a></div>
<div style='float:left; padding:0; margin:0'><a href='http://twitter.com/intent/user?screen_name=bernsteinverlag'><img style='width:48px; height:48px; padding-right:7px; border:none; background:none; margin:0' src='http://a2.twimg.com/profile_images/425637600/BV_StempelBMarke_normal.jpg' /></a></div>
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