Beitrags-Archiv für die Kategory 'Networking'

BuchTipp #9

Donnerstag, 15. März 2018 14:44

Von Häuten, Menschen und Papier // Wie weit würden Sie gehen, auf der Suche nach dem perfekten Buch? Eine der Hauptfiguren des neuen und ersten Romans von Gunnar Kaiser geht sehr weit, so viel und so wenig sei hier verraten. Erzählt wird das Leben von Josef Eisentstein, Erzähler ist Jonathan Rosen. Beide treffen 1969 in New York aufeinander. Rosen ist Student. Die lebenskluge Begeisterung für Kunst und Kultur, im Besonderen aber für Bücher lassen Eisenstein zum Faszinosum für den jungen Mann werden. Er wird zum ‚Lebenslehrer‘, nicht nur in geistig-kultureller Hinsicht, sondern auch auf dem Feld der Erotik. So steht u.a. die Macht der Verführung auf dem Plan – ein geheimnisvolles Spiel aus gemeinsam ersonnenen Verführungen und von Rosen in Eisensteins Atelier mit ihm als Zuschauer vollzogenen Verführungserfolgen diverser Frauen bindet auch die beiden Männer aneinander, bis Eisenstein eines Tages plötzlich verschwindet. Erst Jahre später wird Jonathan Rosen sich auf die Suche nach ihm und seiner wahren Geschichte machen. Ein Gegenstand der Betrachtung dieses Romans, und auch das macht ihn so lesenswert, ist das Buch (als Phänomen) selbst, es ist auch ein Buch über Bücher. Alle Leser können sich ergötzen an dem wie nebenbei vermittelten Wissen über schöne Bücher. Eisenstein, der eine Buchbinderausbildung macht, sitzt damit an Quelle und Ziel seiner Passion, die übergroße, ja monströse Züge annimmt und ihn in große Schuld stürzt, ihn aber auch retten wird. Das schöne, perfekt gestaltete Buch wird für ihn zum Motiv, in mehrfacher Hinsicht. Kaisers Roman ist wunderbar erzählt und wird alle begeistern, die auch nach Spannung suchen, ohne einen Krimi lesen zu wollen. Überdies ist das Buch selbst aufwendig gestaltet, ein gestanzter Umschlag, der regen- oder schweißnasse menschliche Haut imitiert, gibt umrisshafte Blicke auf anatomisches Material frei, was man aber erst bei näherer Untersuchung feststellt. So passt hier die Hülle des Buches kongenial zum Inhalt. Das Buch geht unter die Haut, bitte lesen!

Gunnar Kaiser / Unter der Haut / Berlin-Verlag / 517 Seiten / 22,- Euro // Buch bestellen

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R²-Fotowettbewerb 2018: »Schönes Siegburg«

Dienstag, 9. Januar 2018 17:08

Weil Siegburg so schön ist, ist der Umstand bedauerlich, dass es nur wenige ansprechende Motiv-Postkarten aus/von/in der Kreisstadt gibt. Oft fragen Kunden der Buchhandlung nach entsprechenden Karten – bislang lautet die Antwort stets: »Leider gibt’s da nicht viel!«
Das soll sich nun ändern. Ausgelöst durch ein erstes Motiv des Fotografen Andre Bornhöfft (s.o.) rufen die Gebrüder zu einem Wettbewerb auf: Passionierte Fotografen/Fotografinnen (Profis & Laien) können sich unter dem Motto »Schönes Siegburg« daran per Mail-Einsendung beteiligen. Pro Teilnehmer ein Motiv (jpg-Datei, mind. 300 dpi). Die Bewerbungsmail ist spätestens bis zum 31. Mai 2018 zu senden an: pr@bvb-remmel.de (Betreff: -Fotowettbewerb 2018). Das -Team trifft Anfang Juni eine Vorauswahl und stellt diese Motive über ein facebook-Album der Buchhandlung zur öffentlichen Abstimmung. Die Anzahl der »Gefällt mir«-Angaben entscheidet über die Platzierung. Es werden 3 Plätze vergeben. Das Siegermotiv wird als Postkarte im Bernstein-Verlag publiziert. Der/die SiegerIn erhält von den Remmels 100 Exemplare ›seiner/ihrer‹ Postkarte. Den Plätzen 2 und 3 winkt eine bibliophile Überraschung. Ebenfalls ist geplant, aus 12 der eingesendeten Motive einen attraktiven Siegburg-Jahreskalender für 2019 zu verlegen. Bewerbende Einsendungen sind ab sofort bis zum 31. Mai 2018 möglich. // Bitte die Mail unbedingt mit Namen und Kontaktadresse versehen.

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Bernstein-Spitzentitel 2018 – Erste Vorschau!

Mittwoch, 23. August 2017 18:15

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Hauptsache Leidenschaft!

Mittwoch, 26. Juli 2017 16:47

Einen leidenschaftlichen Bericht hat Susanne Wankell vom WDR für die Sendung Scala (WDR5, 26.07.17: »Buchhändler mit Leidenschaft«) über das R² gezaubert. Unser leidenschaftlicher Dank gilt ihr: Danke! »Völlig gegen den Trend haben die Brüder Andreas und Paul Remmel in Siegburg eine Buchhandlung eröffnet. In einem der schönsten Fachwerkhäuser der 40.000 Einwohner-Stadt haben sie 2012 die Verlagsbuchhandlung Bernstein gegründet. Susanne Wankell hat die Brüder für die Scala Reihe ›BuchhändlerInnen: Ein Beruf stirbt aus‹ besucht.«

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BernsteinQuiz #19

Montag, 5. Juni 2017 15:29

+++ Tickets zu gewinnen! Wer uns bis Freitag (09.06., 16:00 Uhr) – bitte nur an die QuizMail – schreibt, was die wunderbare Lynn Haetzel macht, wenn sie gerade einmal nicht singt (also ihren ›Brotberuf‹), kann Eintrittskarten für den Abend [1×2 Tickets] oder die Matinée [1×2 Tickets] gewinnen, der/die sie (und drei Mitstreiter) zu Euch und uns ins R²-Oberstübchen führt. [[Bitte auch in die Mail schreiben, für welchen Termin die Karten gewonnen werden wollen!]] Das sind die schönsten Pop-und-Poesie-Veranstaltungen des R²-Jahres, sei auch Du (mal 2) dabei! Vielleicht ist die BernsteinFee ja gerade Dir hold und zugetan … [Kaufen kann man Karten natürlich auch (noch!)]. Mit herzlichen Pfingstgrüßen, bis dahin – viel Glück, die Gebrüder Remmel, das

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R²-Postille – Nr. 79, vom 27.05.17

Sonntag, 28. Mai 2017 17:31

Sehr geehrte Kunden, liebe -Freunde, werte Postillanten!

Kurz vor der Monatswende kommt hier noch ein Hinweis auf den Ultimus und die herzliche(n) Einladung(en) für den Juni, so wird auch der VI zum Wonnemonat!

Am kommenden Dienstag (30.05.17, 20:00 Uhr) gibt es schon – wie die Zeit verfliegt – die Finissage zur Ausstellung »Privado« von Hermann Josef Hack. Der Künstler ist anwesend und steht im Gespräch Rede und Antwort, er berichtet über seine jüngsten Arbeiten und Reisen und möchte uns alle – vor allem natürlich SIE – treffen. Wir freuen uns auf zahlreiche Besucher – die Papierarbeiten können für 100,- €/Blatt erworben werden, die ausgestellten Künstlerbücher sind unverkäuflich. Informationen zum Abend gibt es hier.

Der Juni beginnt in Wort und Ton, es wird poetisch-musikalisch! Unter dem Motto »Absolut Live! Pop & Poesie: Zwei Stimmen, Gedichte und Gesang« bieten wir gleich zwei Termine, damit möglichst alle in den Genuss dieser Veranstaltung kommen können. Ausreden gibt es also (fast) keine! Der Abend findet statt am 10.06. (Samstag), um 19:30 Uhr, die Matinée am 11.06. (Sonntag), um 11:30 Uhr. Gedichte von Heinrich Heine bis Kurt Tucholsky begegnen hier Songs von Tracy Chapman bis Bruce Springsteen. Die vier Akteure bieten alles auf, um ihren Gästen eine wunderbare Zeit zu bescheren. Lassen Sie sich verwöhnen und kommen Sie abends und/oder morgens ins – es lohnt sich! Was und wer Sie erwartet, ist hier nachzulesen.

Am 21.06. (Mittwoch) findet um 20:00 Uhr der nächste R²-JazzCube (IV/2017) statt. Rainer Böhm & Norbert Scholly stellen dann ihre neue CD »Juvenile« vor, womit diesmal Freunde von Klavier und Gitarre ganz auf ihre Kosten kommen. Wieder einmal hat Kurator Jens Düppe Hochkaräter ihres Fachs für Sie ins Oberstübchen eingeladen, wir freuen uns auf zahlreichen Besuch! Mehr dazu gibt noch hier zu finden.

Eine besondere Buchpremiere begehen wir dann am 29.06. (Donnerstag), um 20:00 Uhr! Dann kommen nämlich Frank Berzbach und Saskia Wragge zu Ihnen und uns und präsentieren ihre Novität »Die Sprache der Schuhe. Eine kleine Philosophie des Schuhwerks«. Ziehen Sie Ihre Lieblingsschuhe an, kommen Sie zu uns, und lassen Sie sich überraschen, was es alles über Schuhe zu sagen (und zu wissen) gibt. Gelebte Kulturanthroposophie auf nicht ausgetretenen Pfaden. Näheren Informationen können Sie mit und ohne Schuhwerk hier nachgehen.

Alle weiteren Termine finden Sie frisch und aktuell auf der Homepage. Als kleine ‚Dauer-Postille‘ gibt es die -App, oder Sie folgen dem auch auf facebook, twitter und instagram, dann sind wir noch besser und digitalvital verbunden!

Damit grüßen herzlich und gleichsam aus dem Mai heraus, die Gebrüder Remmel, das

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BuchTipp #8

Montag, 10. April 2017 14:45

Zuhause, ein schwieriger Ort // Daniel Schreiber schreibt, der Name ist also Programm. Daniel Schreiber schreibt auch mutig, weil er in eher schwierigen Hinsichten über sich selbst schreibt, aber eben nicht nur. Neben dem hier zu empfehlenden aktuellen Buch, »Zuhause. Die Suche nach dem Ort, an dem wir leben wollen« hat er bereits in einem Vorgänger mit dem Titel »Nüchtern. Über das Trinken und das Glück« gezeigt, dass sich das Erzählen der eigenen Geschichte auf brillante Weise mit der essayistischen Bearbeitung gesellschaftlich relevanter Themen verknüpfen lässt. Dort die eigene und überwundene Geschichte einer Alkoholkrankheit, hier nun die über die Suche – und das Finden – eines eigenen Zuhauses. Gerade diese (sozial-)wissenschaftlich informierten, aber auch sehr persönlichen Berichte über den Sitz der Phänomene im (exemplarisch eigenen) Leben macht das Schreiben von Schreiber so lesenswert. Der aktuelle Titel befasst sich nun mit dem »Zuhause«, also einem Gegenstand, der eben nicht nur topografisch zu fassen ist, sondern vielmehr und auch eine Haltung, ein Bei-sich-Sein, oder auch Ankommen-im-Ich benötigt, um sich zu realisieren. Wie schwierig das im Prozess sein kann, berichtet der Autor im erprobten Changieren zwischen einer recht schonungslosen und deshalb relevanten Selbstreflexion und dem darauf bezogenen Thema. Kapitelüberschriften wie ›Woher die Sehnsucht?‹, ›Die Ausweitung der inneren Geographie‹, oder etwa ›Das zuhauselose Zuhause‹ geben bereits eine Ahnung davon, wie feinfühlig Schreiber auch in diesem Buch wieder zu Werke geht. Das abschließende Kapitel ist gar überschrieben mit ›Die Schönheit der Narben‹ und impliziert damit die lohnende Schwierigkeit eines Ringens um ein gelungenes Zuhause. Der Begriff lebt in Nachbarschaft zu ›Heimat‹ und öffnet damit vor einem größeren Horizont auch andere Perspektiven auf das aktuelle Thema Flucht und Migration. Lesen Sie Schreiber! [AR]

Daniel Schreiber / Zuhause / Hanser Berlin / 139 Seiten / 18,00 Euro // Buch bestellen

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BuchTipp #7

Dienstag, 31. Januar 2017 14:37

Böses aus gutem Haus // In ihrem neuen Buch widmet sich die renommierte Autorin Ingeborg Gleichauf einem Leben zwischen »Poesie und Gewalt« – so der Titel ihrer Biographie über Gudrun Ensslin. Ein Vorwort, 9 Kapitel und ein Nachwort widmet Gleichauf einer bekannten Unbekannten. Viel wurde über die RAF, ihre Mitglieder und die (politischen) Verhältnisse in der Bundesrepublik zu jener Zeit geschrieben. Nicht alles stimmt oder ist zu belegen. So korrigiert die Autorin gleich zu Anfang des Buches das Bild Gudrun Ensslins in der Öffentlichkeit als Schattengestalt mit schwäbisch-provinziellem Pastorentochterhintergrund. Akribisch im Detail und nicht spekulierend, wenn und wo Quellen fehlen, zeichnet sie die Lebensstationen dieser literarisch hochgebildeten Frau nach. Sie webt die Entwicklung eines Individuums kenntnisreich in die Umstände der Zeit und zeigt, wie angreifbar das Gefüge Staat stets ist und bleibt. Ausgehend von den geordneten Verhältnissen am Anfang von Ensslins Leben begleitet der Leser eine Entwicklung, die blanken Terror und streckenweise Ohnmacht des Staates mit sich bringt. Nicht nur für Leser, die diese Zeit miterlebt haben, erweist sich die Lektüre von Gleichaufs Biographie als lohnend, sondern für alle, die feinfühlig auf bestimmte Signale in einer Gesellschaft reagieren. Zeigt sich doch, dass auch vorliegend keine eindeutige Antwort auf die Frage nach dem »Warum« oder »Wieso« gegeben wird bzw. werden kann. Deutlich wird aber das (Gewalt-)Potential, das auch und gerade von Einzelnen ausgehen kann, wenn bestimmte gesellschaftliche Konstellationen auf bestimmte Charaktere stoßen. Zu allen Zeiten staatlicher Organisiertheit gab es stets »Kräfte«, die diese Organisationsform zerstören bzw, ändern wollten – mit allen Mitteln, auch und gerade mit Gewalt. Das hier beschriebene Leben, der Weg Gudrun Ensslins, bietet dem Leser vielerlei Momente der kategorischen Ablehnung, zeigt aber auch, dass es so einfach und eindeutig eben nicht ist. [PR]

Ingeborg Gleichauf / Poesie und Gewalt / Das Leben der Gudrun Ensslin / Klett-Cotta Verlag / 350 Seiten / 22,- € // Buch bestellen

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BuchTipp #6

Samstag, 5. November 2016 10:53

BuchTippDie Jahrhundert-Gerta // »Wie eine Wiener Jüdin auf der Flucht nach Panama die Nazis austrickste«, so lautet der auf den ersten Blick fast etwas ‚überfüllte‘ Untertitel des neuen Buches der Kölner Journalistin und Autorin Anne Siegel. Um die Fülle dieses Buches zu fassen, bedarf es aber durchaus einiger Worte. Auf vergleichsweise knappem Raum, der Band hätte angesichts der Lebensabenteuer, die dort ausgebreitet werden, sicherlich umfänglicher ausfallen können, schildert die Autorin den wahrhaft spektakulären Weg der Titelfigur (hier besser: Titelheldin): Gerta Stern. Das Leben dieser Gerta Stern zeichnet Siegel über die inzwischen (sogar wenig mehr als) hundertjährige Geschichte seiner Dauer nach. Dabei ist das Buch auf ganz erfreuliche Weise gleich ein Vielfaches: Es ist zunächst eine flott geschriebene Biographie, dabei über Strecken spannender als mancher Krimi und von der Journalistin Siegel sauber recherchiert, es ist auch eine Fluchtgeschichte, also in unseren Tagen sehr aktuell, nebenbei und in Ausschnitten ein höchst informativer Parforceritt durch die deutsche, österreichische und panamaische Kulturgeschichte, vor allem aber, und das macht es besonders lesenswert, eine sehr liebevolle Würdigung eines außergewöhnlichen MenschenLebens!
Gerta Stern wird als Tochter einer der bekanntesten jüdischen Familien Österreichs 1915 in Wien geboren, heiratet den Profifußballer Moses Stern und beschließt im Auge der wachsenden antijüdischen Stimmung mit ihm die Heimat zu verlassen. Die Odyssee, die die beiden über Hamburg nach Panama führt, macht die Autorin zu einer Geschichte, wie sie in der Tat nur das Leben schreiben kann. Eine biographisch versierte Autorin kann solche Geschichten dann aufschreiben und uns Lesern zugänglich machen. Dafür ist Anne Siegel zu danken. Man kann, vom ‚Gegenstand‘ des Werkes auf das Buch schließend, wohl sagen: Gerta ist ein leuchtender Stern – auch am Bücherhimmel des Herbstes 2016. Bitte lesen! [AR]

Anne Siegel / SEÑORA GERTA / Europa Verlag / 214 Seiten / 18,99 Euro // Buch bestellen

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BuchTipp #5

Donnerstag, 29. September 2016 16:59

BuchTippDer Versuch, Leben zu leben // Man muss nichts über die herausragende Gestalt im Literaturbetrieb zu wissen und doch erfährt man auch einiges über Michael Krüger, den Autor des hier besprochenen Buches – eher Novelle, denn Roman. Die Hauptfigur, ein Ich-Erzähler und beruflich der aussterbenden Gattung Zeitungsarchivar angehörig, erbt ein Mietshaus in privilegierter Lage von München und nutzt diesen Umstand, um sein Leben von Grund auf zu ändern. Er zieht inkognito in eine freie Wohnung seines Hauses, lebt von den Mieteinnahmen und lernt nach und nach die Mitbewohner kennen. Vorgestellt werden u.a. ein junger Derivatehändler, eine notorisch einsame Studienrätin und nicht zuletzt eben auch der Vormieter der eigenen Wohnung: Georg Faust. Ein Dichter, dessen Existenz noch nachhaltig spürbar ist und der nach wie vor sonderbare Post erhält. Neben den amüsanten Begegnungen mit seinen neuen Mitbewohnern, die von Krüger feinfühlig beschrieben werden, wohnt der Leser dem Entschluss des Erzählers bei, in die Haut des ominösen Vormieters zu schlüpfen. Durch die Lektüre der fremden Post inspiriert und fasziniert, kopiert er dessen Schrift, trägt die Gedichte vor, eignet sich das Verhalten eines Schriftstellers an und richtet sich so das fremde als (s)ein eigenes Leben ein. Solches Verhalten geht zwingend nur solange gut, bis das Vergangene das Jetzt einholt: es taucht z.B. eine Nichte des Dichters auf und eine Frau erhebt schwere Plagiatsvorwürfe. Von dem einstigen Vorhaben, sich als freier Philosoph dem sorgenfreien Nichtstun zu widmen, dem Alltag zu entrücken, bleibt nicht viel übrig in diesem Kleinkosmos Mietshaus und Umgebung. Mit diesem „Irrenhaus“ schafft Michael Krüger eine Folie, die mit ihren Formen und Figuren sehr oft auf das zu passen scheint, was wir Leben nennen. [PR]

Michael Krüger / Das Irrenhaus / 192 Seiten / 19,99 € / Haymon Verlag // Buch bestellen

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BernsteinFee #17

Donnerstag, 15. September 2016 17:49

BernsteinFee - [(c) The Olivia Collection]Sie hat es wieder getan! Unsere BernsteinFee hat tief in das Töpfchen mit den richtigen Einsendungen gegriffen und die Gewinner von Freikarten für die morgige Veranstaltung mit Rainer Triller ermittelt. Theresa May, die amtierende Premierminsterin Englands, wurde am 01.10.1956 als Theresa Mary Brasier geboren. Das wussten und freuen sich nun über 2×2 Karten: Susanne Kössendrup samt Begleitung und ein Gewinner, der sich lieber anonym, also hier ungenannt freuen möchte. Wir wiederum freuen uns zwar besonders auf und über die Gewinner von unserem BernsteinQuiz #17, aber auch auf alle anderen Besucher! Bis dahin – see you!

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BernsteinQuiz #17

Montag, 12. September 2016 15:48

Es ist wieder einmal Zeit für ein kleines Quiz: Wer uns bis zum 15.09.16, um 15:00 Uhr den Mädchennamen (maiden name) und das Geburtsdatum der seit Juli amtierenden Premierministerin von England, Theresa May, nennt, nimmt an der Verlosung von 2 x 2 Eintrittskarten teil. Am darauf folgenden Tag besucht Rainer Triller das -Oberstübchen und gestaltet einen Abend unter dem Motto »The Literary Battle of Britain«. Für diese Veranstaltung können die Tickets gewonnen werden, Lösungseinsendungen wie üblich bitte nur an die QuizMail. Wir wünschen viel Spaß und freuen uns auf die glücklichen Gewinner, die noch am Donnerstag [15.09.] bis 18:30 Uhr benachrichtigt werden.

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BuchTipp #4

Montag, 8. August 2016 15:43

BuchTippGräflich vernachlässigte Geschichte // Was Sabine Bode in ihren Büchern als die Arbeit der Kriegskinder und -enkel, an und mit ihrer kollektiv-individuellen Geschichte so verdienstvoll beschreibt, lässt sich nun an dem Buch von Sacha Batthyány praktisch nachvollziehen. Der Untertitel »Ein Verbrechen im März 1945. Die Geschichte meiner Familie« weist das Thema seiner Aufgabe aus. Freilich exponiert, weil aus altem ungarischen Adel, aber wünschenswert beispielhaft, begibt sich der Großneffe von Margit Gräfin Batthyány, geb. Thyssen-Bornemisza, auf eine beklemmende Recherche nach einem Familiengeheimnis, auf das er durch die bestehende Namensgleichheit zu beteiligten historischen Personen in Presseberichten gestoßen wird, ausgelöst eben durch die Titel gewordene Frage des Schriftstellers Maxim Biller an ihn. Im März 1945 werden am Kreuzstadl in Rechnitz, in unmittelbarer Nähe des Schlosses der Gräfin, etwa 180 jüdische Zwangsarbeiter aus Ungarn in eine von ihnen zuvor selbst ausgehobene Grube geschossen. Ein Teil der Gesellschaft, die an diesem Abend auf dem Schloss ein rauschendes Fest feiert, war daran beteiligt. Auch die Gräfin, die Großtante des Autors? Es gibt Presse in diese Richtung …
Der Bericht über die Suche nach Antworten gelingt dem Autor auch deshalb so spannend, weil der Soziologe die persönlich und historisch widerständigen Recherchen mit Tagebuchpassagen seiner eigenen Großmutter und einer (jüdischen) Zeitzeugin kontrastieren kann. Beides wird gleichsam moderiert durch die geschichtsfaktischen Passagen seiner Forschungen. Was sich liest wie ein Krimi, führt den Autor ins alte Ungarn, in das Nachkriegsösterreich, in die Schweiz der Gegenwart und auch auf die Couch seiner eigenen Psychologie. Der Kriegsenkel Batthyány hat ein bewegendes Buch geschrieben, das auch mutig ist, denn die Analyse der eigenen Vergangenheit ist auch und gerade generationenübergreifend mit ihren Bezügen zum jeweils eigenen Heute so wichtig wie schwierig. Denn: Es hat etwas mit uns zu tun! [AR]

Sacha Batthyány / Und was hat das mit mir zu tun? / Kiepenheuer & Witsch / 254 Seiten / 19,99 Euro // Buch bestellen

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BernsteinFee #16

Montag, 8. August 2016 15:28

BernsteinFee - [(c) The Olivia Collection]Unsere gute Fee hat erneut ihren Dienst versehen und den Gewinner ermittelt. Im BernsteinQuiz #16 haben wir nach der Person gefragt, der das neue Buch von Ingeborg Gleichauf gewidmet ist. Mitte Januar erscheint bei Klett-Cotta das Buch »Poesie und Gewalt. Das Leben der Gudrun Ensslin« aus ihrer Feder. Das haben einige gewusst oder findig recherchiert, ein Gewinner, der sich allerdings ungenannt in Bonn freuen möchte, wurde von der BernsteinFee aus dem Topf gezupft und erhält das R²-Leseleder in Schwarz. Wir danken allen Einsendern für’s Mitmachen!

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BernsteinQuiz #16

Mittwoch, 27. Juli 2016 15:11

R²LeseLederAnders als die Lösung unseres aktuellen Rätsels war der Sommer bisher kaum eine Ankündigung wert. Ein kleines Quiz mag da willkommen sein. … So ist für Mitte Januar 2017 das neue Buch von Dr. Ingeborg Gleichauf (Freiburg) angekündigt, die zu unserer und des Publikums Freude auch schon zweimal im Oberstübchen der Buchhandlung R² ihr jeweils aktuelles Werk vorgestellt hat. Gewidmet ist das neue Buch, das erzählend analytisch und biografisch informiert, einer Persönlichkeit der jüngeren Zeitgeschichte, die eben nicht nur das war, was gemeinhin mit ihr verbunden wird. Sie war eben auch »eine literarisch hochgebildete Person. Umfassend beschreibt die Autorin [ihre] geistige wie politische Entwicklung und zeigt, wie aus dem intellektuellen Bürgertum des Nachkriegsdeutschlands gewaltbereite Radikalisierung möglich war«, so die Ankündigung des Verlags. Wer uns – bitte nur an die QuizMailbis zum 06. August 2016, 16:00 Uhr, die Person nennt, die Gegenstand der Januar-Novität aus der Feder von Ingeborg Gleichauf ist, nimmt an der Verlosung eines unserer »R²-Leseleder« teil. Das ist ein Lesezeichen aus Leder (4,5 x 14,5 cm), geprägt mit dem Signet der Buchhandlung, eben dem »R²«. Der/die GewinnerIn kann dann noch bestimmen, ob ihn (oder sie) das eigene Exemplar in dunkelbraun oder schwarz mehr erfreuen würde!
Übrigens ist eine Lesung mit der Autorin angefragt, befindet sich in Planung. Dazu dann demnächst mehr, nun erst einmal: viel Freude beim rätseln bzw. lösen!

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